Gemeinderat Kirchensittenbach

Strom erhitzt Gemüter

KIRCHENSITTENBACH – Die geplante Stromautobahn Süd-Ost, die den Landkreis Nürnberger Land massiv betreffen könnte, erhitzte auch die Gemüter im Kirchensittenbacher Gemeinderat, der sich kurz entschlossen den Nachbargemeinden Schnaittach und Ottensoos anschloss und eine Unterschriftenkampagne startete.

Ab sofort können sich Bürger im Kirchensittenbacher Rathaus in die Liste eintragen (siehe Bericht auf Lokalseite 1), um ihre ablehnende Haltung gegen die Stromtrasse zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig Forderungen nach Aufklärung und Überprüfung von Alternativen an das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur zu richten.

Bürgermeister Peter Stief machte deutlich, dass die Stromautobahn unter Umständen auch die Gemeinde tangieren könnte. Es könne sein, dass die geplante Trasse bei Hormersdorf die Autobahn A9 verlasse und Richtung Götzlesberg und auf dem Höhenzug bei Entmersberg vorbei Richtung Siegersdorfer und Oberkrumbacher Höhe verlaufe, und bei Speikern wieder ins Tal gezogen werde.

Im Gemeinderat flammte daraufhin eine heftige Diskussion auf. So wurden Forderungen nach einer Überprüfung einer Erdverkabelung direkt neben der Autobahn laut. Um nicht von der Stromautobahn überrollt zu werden, will die Gemeinde eine frühe Bürgerbeteiligung.

Ein Raunen ging auch durch den Sitzungssaal, als Ingenieur Hannes Oberndorfer mitteilte, dass die im Jahr 2010 ermittelten Kosten für den Bauabschnitt II der Ortsverbindungsstraße Aspertshofen-Stöppach, sprich den innerörtlichen Ausbau in den beiden Dörfern, nach heutigem Stand bis zu 24 Prozent höher angesetzt werden müssen.

Das Problem ist, dass sich der erste Bauabschnitt und aktuell der Kreuzungsumbau in Aspertshofen dermaßen verzögert haben, dass jetzt erst der Bauabschnitt II in Angriff genommen werden kann. Da es sich bei dem Vorhaben um eine Festbetragsförderung handelt, fürchtet die Gemeinde, auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben. Bürgermeister Stief hofft dennoch nach einem Gespräch bei der Regierung, dass die Förderung nach den aktuellen Kosten angepasst wird.

Der Gemeinderat stimmte den Empfehlungen des Ingenieurs zu, gleich sogenannte Microduct-Rohre inklusive der entsprechenden Hausanschlüsse für die Versorgung mit DSL in die Straße in Aspertshofen einbauen zu lassen, auch wenn noch gar nicht klar ist, wann die DSL-Versorgung kommt. Stief sagte in diesem Zusammenhang, dass 19 Verfahrensschritte nötig seien, um in den Genuss eines Förderprogrammes zu kommen. Derzeit befinde sich die Gemeinde bei Schritt zehn. Soll heißen, das Projekt wird jetzt öffentlich bekannt gemacht und Telekommunikationsunternehmen können ihre Angebote abgeben.

Weiter sprach sich der Gemeinderat für einen gepflasterten Mehrzweckstreifen in den beiden Orten aus, der auch für Schwerlastverkehr geeignet sein soll. Die Straßenbeleuchtung soll beibehalten werden. An der Wasserleitung sollen die Schieber und die Hausanschlüsse erneuert werden. Ein besonderes Augenmerk soll Ingenieur Oberndorfer bei der Planung auf die vorhandenen privaten Brücken über den Stöppacher Bach legen.

Der Gemeinderat beschloss, dass das Ingenieurbüro ein bepreistes Leistungsverzeichnis erstellen und möglichst bald mit der Ausschreibung beginnen soll, so dass noch im Sommer mit dem Bauabschnitt II begonnen werden kann.

Da die Computerausstattung der Grundschule nicht mehr auf dem Stand der modernen Technik und den Erfordernissen des Datenschutzes ist, hatte Schulleiterin Cosima Badewitz eine Ausstattung mit neuer Hard- und Software beantragt. Die Gemeinde wird entsprechende Angebote einholen.

18 Jahre lang war Klaus Albrecht federführender Kommandant der Feuerwehr Kirchensittenbach. Nach drei Amtsperioden meinte er, sei es Zeit aufzuhören. Zu seinem Nachfolger wurden Michael Raum und zu dessen Stellvertreter Peter Wattenbach gewählt und vom Gemeinderat bestätigt. Bürgermeister Stief bedankte sich mit einem Präsent bei Klaus Albrecht für seinen unermüdlichen Einsatz für die Feuerwehr.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer