Neuer Besitzer

Märzenbecherwald bei Algersdorf bekommt neues Konzept

Einige Märzenbecher stehen schon in voller Blüte. | Foto: U. Schuster2019/03/P1090469a.jpeg

ALGERSDORF – Bereits 1949 wurde das Waldstück mit den Märzenbechern bei Algersdorf vom damaligen Hersbrucker Landrat unter besonderen Schutz gestellt. Die Algersdorfer Familie Zagel – Besitzer des Waldstücks – hatte immer ein Auge auf diese Naturschönheit.

Wenn es in einem Jahr zu nass war, überließen Zagels den Wald vollständig der Natur. Auch bei der Holzernte passten sie auf. Das schätzten die Forstleute vom Hersbrucker Forstamt. Nun hatten sich die Eigentümer dazu entschlossen, das Waldstück an das Naturschutzzentrum Wengleinpark zu verkaufen.

Die Betreuung des Märzenbecherwaldes bleibt beim Naturschutzzentrum mit ihrem Vorsitzenden Karl Heinlein, die Fläche – rund eineinhalb Hektar – selbst geht in das Eigentum des Bund Naturschutz über. Insgesamt ist die erworbene Wald- und Wiesenfläche 3,5 Hektar groß. Über den Bayerischen Naturschutzfonds wird das Projekt unter dem Namen Albtraufwälder gefördert. Das Waldstück wird der Natur überlassen.

Stich in den Hang

Die Naturschutzbehörde des Landratsamtes steht dem Projekt positiv gegenüber. Der Vorsitzende des Landschaftspflegevereins, Karl Rauenbusch, freut sich, das Besucher auch in Zukunft nicht ausgesperrt werden, sondern gelenkt werden soll – per Stichweg mit Infotafeln auf der Hangunterseite. Wegen der Verkehrssicherungspflicht wird es keinen Pfad durch den Wald geben.

Nun bedarf es noch einer Abstimmung mit dem Naturparkverein Fränkische Schweiz-Frankenjura und der Naturschutzbehörde im Landkreis. Danach ist der Fränkische Albverein (FAV) zusammen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Kirchensittenbach, Klaus Albrecht, gefragt, um ein einvernehmliches Wanderwegekonzept zu erarbeiten. Fest steht, dass im Laufe des Jahres die Trasse des Fränkischen Gebirgswegs am Märzenbecherwald leicht verändert wird.

Vielleicht kann man mit Fichtenstangen den Weitwanderpfad deutlicher begrenzen, meint Hans Treuheit vom FAV Herbruck. Denn die Erfahrungen zeigen: Die allermeisten Wanderer und Spaziergänger halten sich an das Betretungsverbot dieser streng geschützten Naturfläche, jedoch trampeln einige unbelehrbare Naturliebhaber ungeachtet einzelner Pflanzen in dem Hangwald herum, um möglichst nahe an diese seltenen weißen Blüten heranzukommen.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster