Sanierungsarbeiten

Kirchensittenbacher Kirchturm ist morsch

An der Wetterseite konnte der Zimmerermeister Friedrich Adelmann durchgeweichtes Holz mit der Hand rausnehmen. | Foto: privat2020/09/Meister-Friedrich-Adelmann-greift-verrot.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Lange wurde überlegt, ob bei der Sanierung der Bartholomäuskirche auch die Kirchturmspitze eingerüstet werden soll, um die Ziegel zu entfernen und einen freien Blick auf das Gebälk zu bekommen. Von außen waren keine Schäden sichtbar – mit einer Nahansicht durch einen Drohnenflug wurde dieser gute äußere Eindruck bestätigt.

Der Blick im Inneren der Spitze gab ebenfalls keinen Anlass zur Beunruhigung – allerdings lässt sich dort nicht ganz erkennen, wie die Seite aussieht, auf der die Ziegel aufliegen. Den endgültigen Ausschlag für eine Neueindeckung gaben dann Vorschriften, die bald greifen werden: Jeder Ziegel, der in so einer Steillage angebracht ist, muss von hinten verklammert sein – damit er auch schweren Stürmen standhält.

Und jetzt sind alle Beteiligten heilfroh, dass die Abdeckung durchgeführt wurde, erklärt Pfarrer Ekkehard Aupperle: Zum Vorschein kamen nämlich ähnliche Schäden an den Holzbalken, wie schon beim übrigen Kirchendach. Viele Holzteile vom Dachgebälk sind angegriffen und zum Teil bereits verrottet. An der Wetterseite konnte der Zimmerermeister Friedrich Adelmann durchgeweichtes Holz mit der Hand rausnehmen. Ein Trägerbalken hing in der Luft, hatte keine Verbindung mehr zur Turmmauer.

Allerdings können die Wetterfahne und die Goldkugel darunter so bleiben, wie sie sind. Ein Einblick in die Kugel wird nicht möglich sein – das wäre spannend gewesen, wurden doch darin 1981 eine Tageszeitung, ein Gemeindebrief und aktuelle Geldmünzen eingeschweißt. Seit dem 11. März wurde durchgängig an der Sanierung der Bartholomäuskirche gearbeitet. Die Maßnahme ist mit 950 000 Euro angesetzt, wobei die Landeskirche einen großzügigen Beitrag beisteuert. In der Kirche steht ein Spendenbarometer, das noch Luft hat. Die Kirchengemeinde ist zuversichtlich, dass sich das noch füllen wird. Wichtig ist, dass das Dach nun erstmal ordentlich ist und das wertvolle Gotteshaus darunter schützt.

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