Keine großen Sprünge

Mit 970 000 Euro ist der Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Aspertshofen und Stöppach der größte Posten im Haushaltsplan für 2011. Ein Teil der Straße wurde bereits vor Kurzem asphaltiert. Foto: E. Bodendörfer2011/04/5_2_1_2_20110411_KISIBA.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt 2011 mit einem Gesamtvolumen von 4,016 Millionen Euro (2010: 4,369 Mio. Euro) verabschiedet. Die Gemeinde hat gut gewirtschaftet und kommt ohne Kreditneuaufnahmen aus.

„Wir versuchen das zu machen, was wir tun müssen und schauen, dass wir uns noch ein paar Kleinigkeiten darüber hinaus leisten können“, beurteilte Bürgermeister Peter Stief das Zahlenwerk, das Kämmerer Günter Reichel vorstellte. So beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf 2,369 Millionen Euro und ist damit leicht um 15.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Vor allem der Posten Kindertagesstätte und Hort verursacht immer mehr Kosten. Dafür sind für 2011 knapp 360.000 Euro vorgesehen. Stief deutete bereits an, dass die Gemeinde deshalb noch in diesem Jahr die Beiträge für die Kinderbetreuung erneut moderat erhöhen müsse.

Größter Brocken im Verwaltungshaushalt ist die allgemeine Finanzwirtschaft. Hier betragen die Einnahmen 1,679 Millionen Euro, hauptsächlich aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der nach dem Krisenjahren wieder bei 662.000 Euro liegen dürfte. Dafür sind die Schlüsselzuweisungen von 661.500 Euro auf 603.000 Euro gesunken. Dazu kommen noch Grundsteuer A und B, Gewerbe- und andere Steuern und allgemeine Umlagen und Zuweisungen. Das Gewerbesteueraufkommen der Gemeinde ist mit 92.000 Euro niedrig, aber aufgrund der vielen kleinen Handwerksbetriebe relativ konstant. Die Kreisumlage liegt bei 654.000 Euro und ist damit geringfügig niedriger als 2010. Die Ausgaben für die allgemeine Verwaltung belaufen sich auf 481.000 Euro. Deutlich gestiegen sind aufgrund des strengen Winters die Kosten für Straßenunterhalt und Winterdienst. 200.000 Euro sind hierfür angesetzt.

Trotz der Mehrbelastungen kann die Gemeinde auch heuer 195.000 Euro dem Vermögenshaushalt zuführen. Dieser hat ein Gesamtvolumen von 1,647 Millionen Euro (2010: 2,015 Mio. Euro). Hier schlägt noch einmal der Ausbau der Verbindungsstraße Aspertshofen-Stöppach mit rund 970.000 Euro zu Buche. Außerdem sind noch 200.000 Euro für das neue Löschfahrzeug HLF 10/6 der Freiwilligen Feuerwehr Kirchensittenbach zu berappen. Erich Pörner (Wählergemeinschaft) fragte nach, wie der aktuelle Sachstand bezüglich der aufgedeckten Preisabsprachen zwischen Herstellern der Fahrzeugaufbauten sei. Stief sagte, dass der Bayerische Gemeindetag an der Sache „dran“ sei und dass nur Beschaffungen vor dem Stichtag 21. März 2009 davon betroffen seien. Er erwarte deshalb keine nachträglichen Rückzahlungen.

Weitere größere Ausgaben, die 2011 anfallen, sind die Restkosten für die energetische Sanierung des Rathauses (45.000 Euro), Kosten für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses Hohenstein (60.000 Euro) und für die Neubeantragung der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Kläranlage Sittenbachtal (50.000 Euro) sowie die Maßnahmen an der Abwasseranlage in Kreppling (40.000 Euro). Außerdem werden Kredite in Höhe von 88.000 Euro getilgt. Um einen ausgeglichenen Vermögenshaushalt auf die Beine zu stellen, werden 246.000 Euro aus den allgemeinen Rücklagen entnommen. Nicht in den Haushalt fließen die Ausgaben für die Resterschließung des Baugebiets Hanau in Aspertshofen, da diese Kosten über die Bau- und Land-Entwicklungsgesellschaft Bayern abgerechnet werden.

Der Schuldenstand von 619.000 Euro zum 1. Januar 2011 wird bis Ende des Jahres auf 531.000 Euro sinken. Damit sinkt auch die Pro-Kopf-Verschuldung von 286 auf 245 Euro, eine respektable Zahl, wenn man den Landesdurchschnitt von 655 Euro zugrundelegt, wie Kämmerer Reichel verdeutlichte. So können auch die Hebesetze bei den Grundsteuern A und B sowie bei der Gewerbesteuer unverändert bei 300 von Hundert bleiben. Der Gemeinderat verabschiedete das Zahlenwerk einstimmig.

Weiter informierte Bürgermeister Stief, dass im Ortsbereich von Unterkrumbach die Ufermauer entlang des Bachs an der Verbindungsstraße nach Oberkrumbach wegen Unterspülung einzustürzen drohe. Sie muss neu aufgebaut werden. Der Auftrag wurde dem günstigsten Bieter erteilt. Die Gemeinde muss dafür nichts bezahlen, weil noch eine Gewährleistungssumme für derartige Schäden vorhanden ist.

Noch immer nicht klar ist, wie die neue Hackschnitzelheizung im Rathaus an die Kindertagesstätte angebunden werden soll. Entsprechende Angebote erwartet die Gemeinde bis spätestens 19. April.

Reine Formsache war die Bestätigung der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Steinensittenbach, Günter Ziegler und Horst Westphal.Elke Bodendörfer

N-Land Hersbrucker Zeitung
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