Kirchensittenbach kommt ohne Neuverschuldung aus

Große Projekte, ganz ohne Kredit

In Kleedorf läuft die Dorferneuerung auf Hochtouren. Zurzeit wird die Ortsdurchfahrt ausgebaut. Foto: E. Bodendörfer2014/04/GR_Kisiba.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Zum fünften Mal in Folge kommt die Gemeinde Kirchensittenbach in ihrer Haushaltsplanung ohne Kreditaufnahme aus, obwohl einige größere Tiefbauprojekte anstehen.

So beträgt der Vermögenshaushalt in diesem Jahr 1,875 Millionen Euro und der Verwaltungshaushalt 2,783 Millionen Euro, wie Kämmerer Günter Reichel in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte. Dass die anstehenden Investitionen „so leicht“ geschultert werden können, liege zum einen daran, dass der Gemeinde fast eine Million Euro an Fördermittel in Aussicht gestellt sind, und zum anderen kann auf noch nicht verbrauchte Mittel aus dem Jahr 2013 in Höhe von 587.000 Euro zurückgegriffen werden.  Außerdem ist auch  eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt in Höhe von 379.000 Euro vorgesehen.

Kanal erneuert

Die größte Baustelle der Gemeinde befindet sich derzeit in Kleedorf. Dort läuft seit einigen Wochen die Dorferneuerung auf vollen Touren. Ein Großteil der Kosten wird über die ländliche Entwicklung finanziert. Für den Ausbau der Ortsdurchfahrt rechnet die Gemeinde mit einem Eigenanteil von 320.000 Euro. In einer Nebenstraße musste der Kanal erneuert werden (90.000 Euro).

Für den Breitbandausbau in Aspertshofen, Kleedorf und Unterkrumbach sind für dieses Jahr 150.000 Euro eingestellt. Im Zuge der Dorferneuerungsmaßnahme werden in Kleedorf gleich DSL-Leerrohre mit verlegt, auch wenn laut Bürgermeister Peter Stief noch nicht klar ist, wann denn mit dem schnelleren Internet zu rechnen ist. Derzeit würden entsprechende Angebote eingeholt.

Zwei weitere große Baumaßnahmen laufen gerade in Aspertshofen. Dort wird die Brücke über den Sittenbach erneuert und die Kreuzung umgebaut. Gesamtkosten: 680.000 Euro. In diesem Jahr sind im Haushalt 260.000 Euro verplant, 145.000 Euro sind an Zuschüssen von staatlicher Seite zu erwarten.

370.000 Euro sind für die Fortführung des Radwegs Aspertshofen-Kirchensittenbach vorgesehen. Die Gemeinde rechnet mit einer  Förderung von 275.000 Euro. Auch die Schlussrechnung in Höhe von 120.000 Euro für den Radweg Unterkrumbach-Aspertshofen ist noch zu berappen. 127.000 Euro sind für die Verlegung eines Freispiegelkanals zwischen Morsbrunn und Dietershofen vorgesehen.
Ein dicker Brocken ist auch die Investitionsumlage an den Schulverband Hersbruck für die Umnutzung der alten Dreifachturnhalle, der in diesem Jahr mit 124000 Euro zu Buche schlägt (Gesamt: 141.000 Euro). Im Verwaltungshaushalt gibt es kaum Veränderungen im Vergleich zu Vorjahr.

Lediglich die Personalkosten sind aufgrund tariflicher Anpassungen und wegen des Mehraufwands durch die Kommunal- und Europawahlen höher anzusetzen.
Auf der Einnahmenseite  rechnet Kämmerer Günter Reichel mit einem Aufwärtstrend bei der Gewerbesteuer (von 120.000 auf 160.000 Euro) sowie beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (von 792.000 auf 853.000 Euro).

Die Schlüsselzuweisung  beträgt 695.000 Euro, fast genauso wie 2013. Allerdings ist die Kreisumlage von 646.000 auf 701.000 Euro angestiegen.
Der Schuldenstand der Gemeinde verringert sich durch weitere Tilgung auf knapp 370.000 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 182 Euro. Der Landesdurchschnitt für Gemeinden dieser Größe beträgt 690 Euro, wusste Reichel zu berichten.

„Wir haben mächtige Investitionen in diesem Jahr“, kommentierte Peter Stief in seiner letzten Sitzung als Bürgermeister das Zahlenwerk und verwies sichtlich stolz darauf, dass dank weitsichtiger Finanzplanung fast eine Million Euro an eigenen Mitteln aus der Gemeindekasse zu stemmen seien. Der Gemeinderat segnete den Haushaltsplan einstimmig ab.

Neue Filter eingebaut

Ein weiterer Punkt war die Festlegung des Verbesserungsbeitrags für die Wasserversorgung Oberkrumbach, wo neue Filter und andere Maßnahmen nötig waren. Der Gemeinderat stimmte zu, dass der Ergänzungsbeitragsbescheid, der den Grundeigentümern zugegangen sei, als endgültig gelten soll. Soll heißen, pro Quadratmeter Grundstücksfläche sind 0,23 Euro und pro Quadratmeter Geschossfläche 1,37 Euro aufzuwenden. Das gilt jedoch nur für bebaute Grundstücke.

Nur 42 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur letzten Europawahl. Geschäftsleiter Konrad Gundel schlug dem Gremium deshalb vor, die Stimmbezirke eins und zwei bei der diesjährigen Europawahl am 25. Mai zu einem Stimmbezirk zusammenzulegen. Daneben gibt es noch einen Briefwahlbezirk. Dies segnete der Gemeinderat ebenfalls ab.

Nicht zustimmen wollte das Gremium einem Antrag des MSC Lauf, der am 3. Mai zwischen Algersdorf  bis zur Straße nach Bondorf ein Zeitfahren durchführen will. Es handelt sich dabei um einen stark frequentierten Wanderweg, so die ablehnende Begründung.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer