Freie Wähler bei Ortstermin in Kirchensittenbach

Bayerns Straßen in schlechtem Zustand

Klaus Albrecht und Hubert Aiwanger (v. links) inspizieren die Staatsstraße durchs Sittenbachtal genau. Foto: A. Pitsch2016/05/Strasse.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Asphaltflicken in verschiedenen Farben, Risse, Dellen, Löcher, fehlende Markierungen, ausgefahrene Bankette: Das haben die Autofahrer auf der Staatsstraße 2404 durchs Sittenbachtal unter den Rädern. „Diese marode Straße ist ein Beispiel für den Zustand der bayerischen Staatsstraßen“, meinte Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler in Bayern im Rahmen der Klausurtagung seiner Partei bei einem Ortstermin.

Während Kirchensittenbachs Bürgermeister Klaus Albrecht erzählt, dass die Gemeinde 2014 in einem Schreiben darauf hingewiesen wurde, dass die Straße frühestens ab 2025 ausgebaut werden könne, saust ein Auto nach dem anderen vorbei – und es ist nicht einmal Berufsverkehr. Die Straße werde oft als Ausweichroute bei Staus, Unfällen oder Sperrungen auf der Autobahn benutzt, erklärten Albrecht und sein Geschäftsleiter Andreas Funk. Genaue Zahlen über das Verkehrsaufkommen gibt es aber nicht.

Das wäre an sich kein Problem, wenn die kurvige Straße, die laut Aiwanger „nicht einmal Kreisstraßen-Niveau hat“, in einem guten Zustand wäre. Aber die Bankette sind mit Pflastersteinen gesichert, Fahrbahnmarkierungen fehlen größtenteils, der Radweg reicht nicht bis nach Hormersdorf. Lkws schrammen im Begegnungsverkehr in Kurven oft nur hauchdünn aneinander vorbei. Und: „Landwirte haben schon auf der Gemeinde gemeldet, dass Stoßdämpfer und Achsen von Traktoren und Anhängern unter der Straße leiden“, berichtet Funk.

Aiwanger und Peter Bauer, der mittelfränkische Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, erkennen sofort, dass sich hier Gefahren für Radler verbergen und auch alle weiteren Verkehrsteilnehmer. „Peter, Du bringst einen Antrag auf Ausbau und Sanierung in den Landtag ein“, weist Aiwanger denn auch Bauer an. „In München muss man laut schreien, wenn man etwas erreichen will“, sagt er.

Wege als Volksgut
Da „der Straßenzustand eben nicht der Entwicklung immer größer und schneller werdender Autos folgt“, so Aiwanger, fordern er und seine Partei, dass die Landesregierung die Mittel für den Straßenerhalt von 250 auf mindestens 300 Millionen erhöht. „Hier wurde bislang zu Lasten des Volksvermögens, zu dem auch die Verkehrswege gehören, gespart.“

Wenn bei den staatlichen Wegen erst einmal der Unterbau kaputt ist, schnellen die Kosten noch mehr in die Höhe, rechnet Bauer vor. 5000 Kilometer, das sind rund ein Drittel der bayerischen Staatsstraßen, müssen laut Aiwanger umgehend saniert werden, darunter auch das Asphaltband durchs Sittenbachtal.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch