Im Sittenbachtal wird gebaggert und gepflastert

Baustellen treiben den Haushalt nach oben

Die Brücke über den Sittenbach im Herzen von Kirchensittenbach ist bereits abgerissen. Foto: Elke Bodendörfer2015/04/5_2_1_2_20150417_KISIBA.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Rund 5,437 Millionen Euro umfasst der Haushaltsplan 2015 der Gemeinde Kirchensittenbach, fast 650.000 Euro mehr als 2014. Fährt man derzeit durch das Sittenbachtal, wird auch schnell klar warum. Es wimmelt nur so von Baustellen.

Ein Blick auf den 2,521 Millionen Euro umfassenden Vermögenshaushalt, den Kämmerer Günther Reichel in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte, zeigt die größten Posten auf. Rund 1,2 Millionen Euro verschlingt der Bauabschnitt 2 der Straße Aspertshofen-Stöppach. Dafür gibt es rund 700.000 Euro an Zuschüssen.

Auch in Kirchensittenbach wird gebaut. Die alte Brücke in der Dorfstraße wird abgerissen und durch eine neue ersetzt. Kostenpunkt: 320.000 Euro. Dafür gibt es eine Festbetragsförderung von 250.000 Euro. Im Mai wird eine weitere Maßnahme im Hauptort dazukommen, wenn der kaputte Kanal in der Stöppacher Straße saniert wird. Dafür sind für dieses Jahr 280.000 Euro im Haushalt eingestellt. Allerdings werden die Kosten wohl doch höher ausfallen, wie in der Sitzung deutlich wurde. Das günstigste Angebot gab die Firma Backer Bau aus Nürnberg ab mit knapp 360.000 Euro.

Weiter fallen derzeit kleinere Baustellen in Unterkrumbach, Aspertshofen und Kleedorf ins Auge. Bis Ende April ist der Breitbandausbau in vollem Gange. Dafür sind noch 150.000 Euro zu berappen, 125.000 Euro beträgt der staatliche Zuschuss. Die Dorferneuerung in Kleedorf ist fast abgeschlossen. Für Restmaßnahmen wie die Sanierung des Bachbetts sind 60.000 Euro eingestellt. 55.000 Euro sind in diesem Jahr bereits für die Ultrafiltrationsanlage der Wasserversorgung Aspertshofen-Kleedorf und Schiebererneurungen ausgegeben worden.

Da der gemeindliche Traktor, der auch für den Winterdienst im Einsatz ist, bereits recht beansprucht ist, sind für eine Ersatzbeschaffung 73.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Weitere 50.000 Euro sind für ein Streusalzsilo eingestellt, das in diesem Jahr angeschafft werden muss.

Der Verwaltungshaushalt liegt 2015 bei 2,916 Millionen Euro und ist nur leicht gestiegen. Dickste Brocken sind hierbei die allgemeine Verwaltung inklusive Personalkosten mit knapp 558.000 Euro sowie die Kosten für die Kindertagesstätte und den Hort mit rund 447.000 Euro. Erfreulich, so Kämmerer Reichel, werde sich der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer von 853.000 Euro im Vorjahr auf geschätzte 930.000 Euro entwickeln. Allerdings sei die Schlüsselzuweisung in den vergangenen drei Jahren gleich geblieben bei rund 698.000 Euro und auf der anderen Seite müsse die Gemeinde fast 750.000 Euro als Kreisumlage berappen – 100.000 Euro mehr als noch vor zwei Jahren, bemerkte der Kämmerer.

Trotzdem kommt die Gemeinde weiter ohne Neuverschuldung aus. Der Schuldenstand geht weiter zurück und wird zum 31. Dezember 2015 317.000 Euro betragen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 182 Euro pro Einwohner. Der Gemeinderat verabschiedete das Zahlenwerk einstimmig.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass demnächst zum Bauhof in Kirchensittenbach eine Zufahrt von der Staatsstraße gebaut werden soll mit einer Überfahrt über den Sittenbach. Diese Zufahrt ist nötig, weil am Bauhof ein Streusalzsilo aufgestellt werden soll und die bislang einzige Zufahrt, der Wiesenweg, nicht für den Zulieferverkehr geeignet ist. Allerdings soll die Zufahrt nur für Bauhoffahrzeuge und landwirtschaftlichen Verkehr frei sein. Es mache keinen Sinn, das Salzsilo an der Kläranlage bei Unterkrumbach zu installieren, weil man nicht wisse, wie es mit der Kläranlage überhaupt langfristig weitergehen werde, merkte Bürgermeister Klaus Albrecht an. Der Gemeinderat stimmte auch dem Kauf eines Salzsilos mit einem Fassungsvermögen von 75 Kubikmetern zu. Kosten: 36.400 Euro.

Bei einer Gegenstimme wurde auch das Vorhaben abgesegnet, den Kirchplatz neu zu gestalten, jedoch nur in kleinem Rahmen. 8000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Es müsse schnell gehandelt werden, sonst würde die dort befindliche Mauer einstürzen, mahnte Bürgermeister Albrecht an. In diesem Zusammenhang regten Helmut Knodt (CSU) und Michael Schönhöfer (UBB) abermals an, sich doch endlich Gedanken über eine Dorferneuerung zu machen, um derartige Projekte „gescheit“ anzugehen.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer