Interessengemeinschaft in Eschenbach

Kann eventueller Verfahrensfehler den Bau des Mobilfunkmasts verhindern?

nmitten von Wiesenflächen (roter Punkt) soll ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast entstehen. Eine Gruppe Eschenbacher Bürger kämpft dagegen. | Foto: Privat2022/02/SendemastEschenbach.jpeg

ESCHENBACH – Eine Gruppe Eschenbacher Bürger hat sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen (IG). Ihr Ziel: Den geplanten 40 Meter hohen Mobilfunkmast auf dem Hang gegenüber ihres Heimatorts verhindern. Dafür berufen sie sich auf einen Verfahrensfehler.

Freitagabend im „Grünen Schwan“ in Eschenbach: An einem Tisch sitzen einige Mitglieder der Interessengemeinschaft beieinander und beraten ihr weiteres Vorgehen. Vier Bürger sind es heute, die gekommen sind. Doch hinter ihnen stehen weit mehr. Über 400 Unterschriften, die sie gesammelt haben, bezeugen, dass nicht jeder aus dem Dorf und der näheren Umgebung mit den Plänen der Deutschen Funkturm GmbH einverstanden ist.

Gang zum Anwalt

Die möchte auf einer landwirtschaftlichen Fläche gegenüber des Ortes einen Stahlgittermast mit einer Höhe von 40 Metern errichten, um Lücken im Funknetz auf der Bahnstrecke zwischen Hohenstadt und Alfalter zu schließen. Diesen Plänen will die Interessengemeinschaft einen Strich durch die Rechnung machen. Notfalls mit rechtlichen Mitteln, sagen die vier, die hier am Wirtshaustisch sitzen.

Argumente gegen die Aufstellung des Mastes haben sie einige gesammelt: Das Vorhaben mitten im Landschaftsschutzgebiet stelle „einen erheblichen Eingriff in die sonst von technischen Anlagen unberührte Natur und Landschaft“ dar, sagen sie. Dadurch würden auch die Baugrundstücke im Umfeld an Wert verlieren. Außerdem glauben sie, einen Verfahrensfehler entdeckt zu haben.

Eine statt fünf Begehungen?

Im Bauantrag sei von nur einer Begehung die Rede, um artenschutzrechtliche Belange zu prüfen. Dafür aber seien „mindestens fünf bis sechs Begehungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten über einen Zeitraum von einem Jahr“ nötig. Das schreibt die Interessengemeinschaft auch in ihrem Brief ans Landratsamt und bittet die Behörde, die geplante Baumaßnahme nicht zu genehmigen.

Zusätzliche Belastung

Doch damit nicht genug: Vom Mobilfunk könnten auch negative Auswirkungen auf Menschen und Tiere ausgehen, dazu käme die zusätzliche Belastung der Bürger mit Lichtsmog, sollte der Mast nachts besonders gekennzeichnet werden, weil er sich im Anflugbereich des Nürnberger Flughafens befindet.

Auch an den Mastbetreiber hat die Interessengemeinschaft mittlerweile ein Schreiben geschickt. Eine Antwort aber haben die Mitglieder der IG noch nicht erhalten – weder vom Betreiber noch vom Landratsamt.

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