Herkulesstaude wuchert überall

Kampf dem Riesenbärenklau

Mit Feuer und „Schwert“ bekämpft dieser Diepoltsdorfer auf Bitte der Gemeindeverwaltung einen großen Bestand von Riesenbärenklau-Pflanzen auf seinem Grundstück. | Foto: Schuster2020/07/BDT-Juni-2020-riesenbarenklau-0002.jpg

DIEPOLTSDORF — So schön die riesigen Pflanzen mit ihren regenschirmgroßen Blüten anzusehen sind, so gefährlich ist der Riesenbärenklau bei Berührung für den Menschen und so sehr verdrängt die Pflanze seit Jahren auch im Nürnberger Land die heimische Pflanzenwelt. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt weist darauf hin, dass die Herkulesstauden zum Schutz der heimischen Flora möglichst in allen Gärten und auf allen Flächen bekämpft werden sollen

Zur selben Pflanzengattung gehört auch der Wiesen-Bärenklau. Beide Vertreter, die sich allein in der Wuchshöhe unterscheiden, findet man überwiegend an Gräben, in lichten Waldgebieten und an den Ufern von Bächen. Wo Bärenklau einmal wächst, dort vermehrt er seinen Bestand unaufhörlich. Deswegen schlagen jedes Jahr im Sommer Naturschutzverbände und Landschaftspfleger Alarm, weil sie die Ausbreitung der Pflanze nicht mehr eindämmen können. Man sollte allerdings den Unterschied zwischen den Arten der Pflanze kennen und wissen, welcher Bärenklau giftig sein kann.

Bei Diepoltsdorf ist jetzt die Gemeinde aktiv geworden und hat einen Privatmann gebeten, die Pflanzen zu beseitigen. Neben den Parkmöglichkeiten für das Wachsteinhaus, am Rand des schmalen Sträßchens nach Unterachtel, hatte sich der Bärenklau stark vermehrt. Teilweise über drei Meter hoch stand dort die Herkulesstaude dicht an dicht. Deshalb hatte die Simmelsdorfer Gemeindeverwaltung den Grundstückseigentümer gebeten, hier zeitnah den Bestand zu entfernen. Merkblätter zum Umgang mit der giftigen Pflanze waren dem Schreiben beigelegt und so war der Eigentümer der Fläche am letzten Wochenende bei der Arbeit und verbrannte die Pflanzenreste.

Aber auch jeder andere Bürger sollte unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen in seinen eigenen Gärten und Grundstücken diese Pflanze entfernen und dies am besten bereits im Frühjahr, bevor die Blütezeit der Herkulesstaude beginnt, sagt Claudia Übler von der Kreisfachberatung für Gartenbau. Durch eine vollständige Bekleidung, mit Handschuhen und einer Schutzbrille mit seitlichem Schutz ist man gut geschützt, heißt es von Seiten der Behörde.

Reaktion im Sonnenlicht

Wenn es dennoch zu einer Berührung kommen sollte, dann sofort mit klarem Wasser genau diese Stelle reinigen und anschließend Sonnenschutz auftragen. Nur so kann verhindert werden, dass es zu Reaktionen in Verbindung mit Sonnenlicht kommt, die Schmerzen intensiver werden und sich die markanten Blasen auf der Haut bilden.

Die Blüten- oder Samenstände müssen nach dem Abschneiden entfernt werden. Auf keinen Fall dürfen diese liegen bleiben oder auf einem Komposthaufen entsorgt werden, da es selbst an den abgeschnittenen Blüten zu einer Art Notreife der Samen kommt. Es müssten auf jeden Fall auch die Wurzeln abgetrennt oder ausgestochen werden. Da die Pflanzen sehr widerstandsfähig sind, ist eine konsequente Kontrolle und Nachbearbeitung erforderlich.

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