BRK Jugend übte

Junge Sanitäter trainierten 24 Stunden lang den Ernstfall

Ein Teil der insgesamt dreiteiligen Übung fand auf dem Fluggelände in Lillinghof statt. Hier wurde eine Verpuffung in einem Wohnwagen simuliert. | Foto: BRK Jugend2022/11/dfa4815c7570023d17ec0a8332d946f85056e84d_max1024x.jpeg

LAUF – Zwölf Jugendliche der BRK-Bereitschaft Lauf wurden mit mehreren Einsatzszenarien konfrontiert.

„Das Strahlen in den Augen zu sehen, wenn die Jugendlichen etwas gemeinsam geschafft haben und stolz auf sich sind, ist der größte Dank“, sagt Stefan Kleinlein, Bereitschaftsleiter der BRK-Bereitschaft Lauf. In einer 24-Stunden-Übung hatten zwölf jugendliche Sanitäter aus der Bereitschaftsjugend Lauf und einer aus Bayreuth gezeigt, was sie schon können.

2018 baute Kleinlein die Jugendabteilung der Bereitschaft Lauf als erste im Nürnberger Land auf und kümmert sich bis heute als Bereitschaftsleiter um die Jungsanitäter. Das Ziel sei es, nicht nur die Sanitäter von morgen auszubilden und Sicherheit im Handeln zu erzeugen, sondern auch Werte zu vermitteln.“ Neben der Professionalität dürfe der Spaß nicht zu kurz kommen.

Ein Teil der insgesamt dreiteiligen Übung fand auf dem Fluggelände in Lillinghof statt (rechts). Hier wurde eine Verpuffung in einem Wohnwagen simuliert. Für ein anderes Einsatzszenario wurden die Teilnehmer sehr realistisch als verletzt geschminkt.  Fotos: BRK Jugend

Wöchentlich werden den Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 17 Jahren drei Gruppenstunden in Lauf angeboten. Im Nürnberger Land gibt es vier Bereitschaftsjugendgruppen: Hersbruck, Feucht, Lauf und Röthenbach mit aktuell 122 Kindern und Jugendlichen.

Für die Jugendlichen, die bereits länger aktiv dabei sind, gab es jetzt mit der 24-Stunde-Übung ein besonderes Highlight. Drei Großübungsszenarien im Nürnberger Land, koordiniert aus dem BRK-Haus in Lauf, warteten auf die Jungsanitäter.

Ein Teil der insgesamt dreiteiligen Übung fand auf dem Fluggelände in Lillinghof statt (rechts). Hier wurde eine Verpuffung in einem Wohnwagen simuliert. Für ein anderes Einsatzszenario wurden die Teilnehmer sehr realistisch als verletzt geschminkt.  Fotos: BRK Jugend
Für ein anderes Einsatzszenario wurden die Teilnehmer sehr realistisch als verletzt geschminkt. / Foto: BRK Jugend

Gemeldet war eine Verpuffung

Los ging es mit einem Notruf vom Flugplatz Lillinghof: „Eine Verpuffung im Wohnwagen, eine eingeklemmte Person und mehrere Verletzte“. Rettungs-, Kranken- und Materialtransporter verlegten die Jugendlichen gemeinsam mit den Aktiven der Bereitschaft zum Unfallort. Alle Personen wurden fachmännisch gerettet und medizinisch versorgt.

Hannah Leitner und Dominik Pabst, die die 24-Stunden-Übung leiteten, waren sehr zufrieden mit den Jungsanitätern. „Vom anfänglichen Chaos an so einer Unfallstelle habt ihr euch nicht ablenken lassen, sondern seid konzentriert geblieben“, so Bereitschaftsjugendwart Dominik Pabst.

Ein Teil der insgesamt dreiteiligen Übung fand auf dem Fluggelände in Lillinghof statt (rechts). Hier wurde eine Verpuffung in einem Wohnwagen simuliert. Für ein anderes Einsatzszenario wurden die Teilnehmer sehr realistisch als verletzt geschminkt.  Fotos: BRK Jugend
Foto: BRK Jugend

Zurück im BRK-Haus hieß es Essen fassen, bis schon der nächste Notruf an diesem dunklen Herbstabend schrillte: „Ein Kindergarten. Zahlreiche Erzieher und Kinder mit Bissverletzungen und Schürfwunden. Blutverschmierte Personen mit blasser Gesichtsfarbe wandeln apathisch durch die Flure.“

Gut geschminkte „Zombies“

Der etwaigen Seuchengefahr begegneten die Jungretter mit Schutzausrüstung und Schleusen. Alle „Zombies“ wurden isoliert und
Verletzte behandelt. Dank Lehrgängen konnten die Gruppenleiter Annika Pecher, Phillip Beck und Dominik Pabst die Mimen „echt“ schminken.

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstück und den nächsten Einsätzen. An mehreren Orten in und um Lauf ereigneten sich zeitgleich verschiedene Unfallszenarien. Ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten, ein Gartenunfall, ein Treppensturz und eine Massenschlägerei. Unterstützt von den Aktiven teilen sich die Jungsanitäter auf und bewältigen auch diese Herausforderung sehr gut.

Hilfe von der Feuerwehr

„Insgesamt waren in den 24 Stunden mehr als 25 Unfallopfer zu versorgen. Wir hatten sechs Fahrzeuge und rund 15 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Nicht zu vergessen die großartige Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr aus Behringersdorf“, sagte Bereitschaftsleiter Stefan Kleinlein.

Auch Markus Deyhle, Geschäftsführer des BRK Nürnberger Land, lobte: „Unsere Ehrenamtlichen im Jugendbereich tragen tatkräftig dazu bei, dass wir für junge Menschen eine lebenswerte Rot-Kreuz-Familie sind. Andrea Brinkmann

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