Schutzhütte für Kinder

Jeder braucht mal eine Zuflucht

Mit einigen Gästen und Musik wurde die neue Schutzhütte bei Rückersdorf eingeweiht. | Foto: Pitsch2021/10/schutzh_tte_r_ckersdorf_pitsch-crop-scaled.jpg

Rückersdorf – Das Projekt „Zwergenmoos“ stand vor dem Aus, doch nun wurde die Kinderbetreuung im Wald bei Rückersdorf aufgewertet. Leiterin Patrizia Liegel-Dietz kann sich über die neue Emanuel-Wöhrl-Schutzhütte freuen.

„Bei viel Wasser, Sturm und Ähnlichem bin ich verpflichtet, den Kindern Schutz zu bieten“, erklärte Liegel-Dietz die Hintergründe des Projekts. Sie bietet seit rund 20 Jahren die naturnahe Betreuung von Kindern im Alter von zwei bis vier Jahren im Sebalder Forst in Rückersdorf an. Früher sei es noch möglich gewesen, dass die Mädchen und Jungen bei ganz schlechtem Wetter mal spontan zu Hause bleiben konnten, aber: „Jetzt arbeiten die Frauen.“

Kleine und große Spenden

Passende Räumlichkeiten in der Nähe waren jedoch Fehlanzeige. Ihr Angebot stand vor ein paar Jahren vor dem Aus, wie Liegel-Dietz bei dem kleinen Festakt erzählte. Sie und Mitstreiter gründeten einen Verein, sammelten viele kleine und über die Emanuel Wöhrl-Stiftung eine große Spende.

Das Gelände beim TSV Rückersdorf stellten die Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung und die Gemeinde unterstützte mit Geld und Manpower. Eine Selbstverständlichkeit für Bürgermeister Johannes Ballas: „Das hier ist ein Baustein im Konstrukt der Kinderbetreuung.“

Zwei Reichenschwander und zwei Rückersdorfer Unternehmen, berichtete Liegel-Dietz, hätten das Nur-Dach-Haus aus Holz, „das sich in die Natur einfügt“, geplant und gebaut. Möglich sei das vor allem dank eines Mannes gewesen, der damals „in feinem Zwirn und mit geduldig-väterlicher Ausstrahlung im feuchten Wald gestanden“ hätte – Hans Rudolf Wöhrl.

„In der Natur aufgewachsen“

Er habe da, verrät er, einen „Flashback“ erlebt: „Ich bin in der Natur aufgewachsen, da hat sich keiner gekümmert. Nur die Älteren haben auf die Kleinen geschaut.“ Ihm sei das Herz aufgegangen, so wie sicher auch Sohn Emanuel, wenn er nicht als Kind zu Tode gekommen wäre und nun in der Stiftung fortlebt. Auch Landrat Armin Kroder erinnerte sich an seine eigene Kindheit. „Das ist das Leben, so wie ich aufwachsen durfte.“

„Gesunde Mädchen und Jungs“

Wöhrl gab zu, er habe eine Aversion gegen verweichlichte Kinder: „Hier wachsen gesunde Mädchen und Jungs heran, die lernen, ihren Verstand zu benutzen und eigenverantwortlich zu handeln.“ Als Dank sangen die Rückersdorfer Kinder ein Lied und schenkten Hans Rudolf Wöhrl – wie kann es anders sein – ein Bäumchen.

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