Neue Maßnahmen

Inzidenz steigt auf über 200

Der Landkreis auf der Karte des Robert-Koch-Instituts. Dort lag der Inzidenzwert am Samstag bei 213,7, also über der kritischen Marke.2020/12/Bildschirmfoto-2020-12-05-um-10.06.27.png

NÜRNBERGER LAND – Diese Entwicklung hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet: In der Nacht auf Samstag hat der Landkreis Nürnberger Land auch nach der offiziellen Zählweise des Robert-Koch-Instituts (RKI) den Inzidenz-Grenzwert von 200 überschritten. Ab Sonntag gelten darum schärfere Anti-Corona-Maßnahmen.

Laut RKI gab es in den vergangenen sieben Tagen im Nürnberger Land 213,7 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner. Nach den Zahlen des Landratsamts, die deutlich näher am Infektionsgeschehen sind, lag die Inzidenz bereits Mitte der Woche über der entscheidenden Marke. Hintergrund sind unter anderem mehrere Ausbrüche in Altenheimen (Winkelhaid und Schnaittach) und in mindestens einer Asylunterkunft.

Die neunte Auflage der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats sieht in § 25 bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 folgende Verschärfungen des Regelwerks vor:

  • An allen Schulen muss ab der achten Klasse auch im Unterricht der Mindestabstand von 1,5 Metern sichergestellt werden. Das bedeutet in der Regel die Einführung von Wechselunterricht. Ausgenommen sind Abschlussklassen und Fördereinrichtungen.
  • Das Alkoholverbot auf vom Landratsamt festgelegten öffentlichen Flächen wird auf den ganzen Tag ausgedehnt. Im Nürnberger Land betrifft das aktuell Teile der Hersbrucker und der Laufer Innenstadt.
  • Der Präsenzunterricht an Musikschulen wird untersagt. Auch praktische und theoretische Fahrstunden können nicht mehr stattfinden.
  • Märkte sind verboten. Einzige Ausnahme: der Verkauf von Lebensmitteln „im Rahmen regelmäßig stattfindender Wochenmärkte“.

Der Verordnung zufolge gelten all diese Regeln ab dem auf die erstmalige Überschreitung folgenden Tag. Das ist Sonntag. Inzwischen hat auch das Landratsamt öffentlich bekannt gemacht, dass die Marke überschritten wurde.

Die Kreisbehörde kann die Verschärfungen wieder aufheben, wenn die Inzidenz sieben Tage in Folge unter 200 liegt. Das ist tatsächlich eine „Kann-Vorschrift“, also kein Automatismus. Auch stellt die Verordnung die Möglichkeit von freiwilligen Reihentests in Altenheimen, Schulen oder Krankenhäusern in den Raum.

Klettert die Sieben-Tage-Inzidenz über 300, sieht das Regelwerk des Freistaats zusätzliche Instrumente wie Ausgangsbeschränkungen oder Einschränkungen der Versammlungsfreiheit vor.

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