Am Freitag drohen Verschärfungen

Inzidenz liegt erneut über 100

Ein Bild, das es so noch etwas länger geben wird: abgesperrte, zusammengerückte Tische und Stühle vor den Lokalen am Laufer Marktplatz. | Foto: Fischer2021/05/marktplatz-lauf-aussengastronomie-fi.jpg

NÜRNBERGER LAND — Im Nürnberger Land drohen ab Freitag Verschärfungen der Anti-Corona-Maßnahmen. Der Landkreis lag am Mittwoch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) den dritten Tag in Folge über einem Inzidenzwert von 100.

Die vom RKI gemeldete Inzidenz betrug am Morgen 104,8 – damit sind die Voraussetzungen für ein Greifen der Notbremse erfüllt. Eine offizielle Bestätigung gibt es aber noch nicht. Nach der Corona-Verordnung des Freistaats hat die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, also das Landratsamt, „unverzüglich amtlich bekanntzumachen, sobald ein relevanter Schwellenwert“ über- oder unterschritten wurde. Das ist bisher nicht geschehen.

Für Verwirrung sorgt obendrein die Aussage der Nürnberger Gesundheitsreferentin Britta Walthelm, die am Dienstag davon sprach, dass nicht nur die Stadt Nürnberg, sondern – unter anderem – auch das Nürnberger Land von sogenannten Doppelzählungen betroffen sei, dass also Fälle beim RKI mehrfach erfasst wurden. Das würde bedeuten, dass der Inzidenzwert falsch wäre. Auch hierzu gibt es bisher keine offizielle Information aus dem Landkreis. Unklar ist insbesondere das mögliche Ausmaß.

Anders als im Nürnberger Land ist der Inzidenzwert in Nürnberg am Mittwoch deutlich gesunken, wahrscheinlich eine Folge der von Walthelm angekündigten Korrektur der Zahlen für das Stadtgebiet.

Nach drei Tagen wird verschärft

Sowohl das Infektionsschutzgesetz des Bundes als auch die Regelungen des Freistaats sehen für Landkreise und Städte, die den Inzidenzwert drei Tage in Folge überschreiten, ab dem übernächsten Tag Verschärfungen vor.

So würde etwa die nächtliche Ausgangssperre wieder in Kraft treten und die Schulen müssten – mit Ausnahme der Grundschulen und der Abschlussklassen – zurück in den Distanzunterricht. Auch die Kontaktbeschränkung würde verschärft: Ab Freitag wären nur noch Treffen mit einer haushaltsfremden Person möglich.

Für die Wirte, die auf eine Öffnung der Außengastronomie gehofft hatten, bedeutet die aktuelle Entwicklung ohnehin weiteres Abwarten. Erst ab Werten unter der 100er-Marke kann das Landratsamt den Betrieb von Biergärten und Außenbereichen gestatten. Hierfür gibt es aber keinen Automatismus – nötig sind stabile Zahlen. Davon ist der Landkreis momentan noch weit entfernt.

Erst am Dienstag waren im Nürnberger Land Lockerungen in Kraft getreten, nachdem die 100er-Marke fünf Tage in Folge unterschritten war: von Mittwoch vergangener Woche bis einschließlich Sonntag. So kehrten die Schüler der weiterführenden Schulen etwa erst gestern vom Distanz- in den Wechselunterricht zurück.

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