Lärmsanierung an der A3

In Schwaig soll es ruhiger werden

Der bestehende Lärmschutzwall an der A 3 bei Schwaig (hier von der Brücke an der Siedlerstraße aus fotografiert) wird im Zuge der Lärmsanierung mit einer Wand versehen, die im oberen Bereich durchsichtig sein soll. Insgesamt wird die Wall-Wand-Kombination 16,5 Meter hoch. | Foto: Buchner-Freiberger2021/06/larmsanierung-a3-autobahn-schwaig1.jpg

Schwaig. Im nächsten Jahr soll die Lärmsanierung an der A 3 bei Schwaig starten. Auf einem etwa 1,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Oberer Röthelweg und der Brücke über die Pegnitz sollen unter anderem deutlich höhere Lärmschutzwände gebaut werden. Das Projekt wurde in der letzten Bau- und Umweltausschusssitzung detailliert vorgestellt.

Eigentlich sollte das sogenannte „Planfeststellungsverfahren“, das einer Baugenehmigung durch die Regierung von Mittelfranken vorausgeht, bereits abgeschlossen sein, doch neue, um drei Dezibel niedrigere Lärmgrenz­werte und geänderte Berechnungsverfahren machten Umplanungen notwendig. Was bleibt, ist: Der Verkehr auf der A 3 hat deutlich zugenommen. Passierten in den 80er Jahren noch etwa 70 000 Fahrzeuge täglich den Abschnitt bei Schwaig, so sind es heute rund 100 000.

Neue Grenzwerte

Nach den neuen Grenzwerten, die tagsüber jetzt bei 67 dB und nachts bei 57 dB liegen, sind in Schwaig, Malmsbach und Behringersdorf tagsüber 175 Anwesen von zu viel Lärm betroffen (bisher 44), nachts sogar 414 (bisher 124). Die bisherigen Lärmschutzmaßnahmen reichen dafür nicht aus, eigentlich müssten bis zu 20 Meter hohe Lärmschutzwände gebaut werden. Da dies allerdings „weder bautechnisch noch wirtschaftlich darstellbar sei“, wie es in der Sitzung hieß, hat man sich nun auf einen Kompromiss, eine 16,5 Meter hohe „Wall-Wand-Kombination“ geeinigt. Die Wände bestehen zum Großteil aus lärmabsorbierenden Beton, die letzten drei Meter sind jedoch aus durchsichtigem Material, um eine „Verschattung“ der dahinterliegenden Grundstücke zu vermeiden.

Auf diese Weise werden die Grenz­werte tagsüber eingehalten. Damit die Anwohner auch nachts ruhig schlafen können, bezahlt die Autobahn GmbH des Bundes sogenannte „passive“ Maßnahmen wie Lärmschutzfenster und Lüftungsanlagen. Außerdem wird die Fahrbahn mit einem leiseren „Splittmastixasphalt“ versehen.

Kosten: rund 50 Millionen Euro

Zunächst muss der bestehende Wall um 1,50 Meter abgetragen werden, darauf werden dann Bohrpfähle für die Lärmschutzmauer gesetzt. Zudem muss die große Pegnitzbrücke erneuert werden, damit diese die zusätzliche Last der höheren Lärmschutzwand überhaupt tragen kann. Saniert werden muss auch die Unterführung im Malmsbach. Losgehen soll es nächstes Jahr mit einem Ersatzneubau für die Feld- und Waldwege auf Höhe der Siedlerstraße und am Autobahnkreuz Nürnberg. Das Gesamtprojekt, zu dem auch Maßnahmen auf Laufamholzer Seite gehören, kostet rund 50 Millionen Euro.

Die Lärmsanierung an bestehenden Autobahnen ist – im Gegensatz zu Neubauprojekten – eine freiwillige Leistung des Bundes, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Zwar mag der Lärm für den einen der anderen Schwaiger Bürger ein Ärgernis sein, Beschwerden im großen Stil seien bislang im Rathaus aber nicht aufgelaufen, so Bürgermeister Thomas Wittmann.

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