Neue Ausstellung: Lernlabor

Im Industriemuseum ist Forschergeist gefragt

Stärker als Luft? Museums-Mitarbeiterin Sophia Neubing und stellvertretende Museumsleiterin Doris Utzat demonstrieren die Wirkungsweise von Luftdruck. | Foto: Buchner-Freiberger2020/07/Lernlabor-industriemuseum-luftdruck-zu-capellen-scaled.jpg

LAUF – Warum bläht sich ein Schaumkuss bei sinkendem Luftdruck auf? Wie funktioniert eine Infrarotkamera? Und wie lassen sich aus Holzklötzen stabile Brücken bauen? Diesen und vielen anderen Fragen können Besucher ab heute in der neuen Ausstellung des Laufer Industriemuseums auf den Grund gehen.

„Lernlabor Mobil: Technikland – [email protected]“ heißt die Schau mit rund 30 Experimentier- und Mitmachstationen. Diese vermitteln spielerisch Zusammenhänge aus den Bereichen Kraft und Konstruktion, Energie, Farben und Computer. Anfassen und Ausprobieren ist dabei ausdrücklich erlaubt – trotz Corona-Bedingungen, schließlich geht es ums „Begreifen“ im wahrsten Sinne des Wortes. Maximal 15 Besucher dürfen sich gleichzeitig in der Ausstellung aufhalten, natürlich mit Mund-Nasen-Schutz, und die Stationen werden regelmäßig desinfiziert.

Ziel ist es, technische, physikalische und historische Phänomene begreiflich zu machen, den Besuchern sozusagen Basiswissen zu vermitteln, das sie dann auf die Zukunft gerichtet anwenden können. So beschreibt es Dr. Wilhelm Schwieger, Ehrenpräsident des „Förderkreises Ingenieurstudium“, der die Schau gemeinsam mit dem Museum Industriekultur Nürnberg, dem Schulmuseum Nürnberg und der Firma webec entwickelt hat.

„Lernlabor“ auf Tour

Der Förderkreis wurde vor über 20 Jahren vor dem Hintergrund sinkender Studentenzahlen in den technischen Studienfächern gegründet. 2010 wurde die Marke „Technikland“ ins Leben gerufen, zu der neben Workshops und anderen physikalisch ausgerichteten Veranstaltungen auch das „Lernlabor“ im Museum Industriekultur zählt. Mit diesem geht man seit einiger Zeit nach draußen, sozusagen „auf Tour“, zuletzt war die Ausstellung sehr erfolgreich in Neumarkt zu sehen.

Für Lauf ist das Projekt ein Glücksfall, denn zum einen war heuer im Industriemuseum ohnehin keine große Sonderausstellung geplant. Zum anderen möchte man sich künftig konzeptionell verstärkt den Themen Technik und Experimentieren widmen, wie Museumsleiterin Dr. Christiane Müller erklärt. „Das Lernlabor ist sozusagen der Trailer für künftige Projekte, mit dem wir erste Erfahrungen sammeln können.“ Einen Großteil der Kosten trägt der Landkreis Nürnberger Land, der sich die Förderung der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auf die Fahnen geschrieben hat.
Stefanie Buchner-Freiberger

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Lernlabor“ richtet sich vor allem an Schüler der 5. bis 8. Klassen, aber auch Erwachsene können hier noch einiges lernen. Sie dauert bis 25. Oktober und ist für Einzelbesucher und Familien von Mittwoch bis Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Schulklassen und andere Gruppen können sich für einen Vormittagstermin unter 09123/990314 anmelden.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren