Neue Biografie

Vor zehn Jahren verunglückte Kurt Albert am Höhenglücksteig

Autor Tom Dauer zeichnet in seinem Buch das Leben von Kurt Albert nach. | Foto: HZ2020/09/3874-2-Kurt-Albert.jpg

HIRSCHBACH – Am 26. September 2010 stürzte der Ausnahmekletterer Kurt Albert am Höhenglücksteig ab. Zwei Tage später erlag der damals 56-Jährige seinen schweren Verletzungen in der Uniklinik Erlangen. Passend zum zehnten Todestag ist nun eine Biografie über den Freikletterpionier erschienen.

Da meistert jemand die schwersten Kletterrouten der Welt, macht sich mit zahlreichen Erstbegehungen weltweit einen Namen und stürzt dann ausgerechnet am Höhenglücksteig in Hirschbach ab, an einem Klettersteig, den er seit Jugendtagen kennt und der für den erfahrenen Bergalpinisten weiß Gott keine Herausforderung darstellte.

Tödlicher Fehler?

Albert hatte damals mit anderen eine Gruppe durch den Höhenglücksteig geführt. Er war mit einem Sitzgurt ausgerüstet, in den er eine abgebundene Bandschlinge mit einem Schraubkarabiner zur Selbstsicherung eingebunden hatte. Einen Kletterhelm trug er nicht. Nach dem Sturz Alberts in die Tiefe hing der Karabiner lose im Stahlseil des Klettersteigs. Womöglich ein Handhabungsfehler des Verunglückten, mutmaßt damals die Kripo. Hinweise auf einen Materialfehler gab es nicht.

Noch immer treffen sich Jahr für Jahr Ende September alte Weggefährten am Höhenglücksteig, um Kurt Albert zu gedenken. Auch heuer kamen sie wieder dort zusammen, um in Erinnerungen an „Meister Kurtl“ zu schwelgen.

In seinem frisch erschienenen Buch „Kurt Albert. Frei denken – frei klettern – frei sein“, zeichnet Autor Tom Dauer das Leben des Ausnahmebergsteigers nach. Er nimmt die Leser mit in die Jugendzeit von Kurt Albert, der in der Nürnberger Südstadt aufgewachsen ist, erzählt von dessen ersten Kletterausflügen und den späteren Besuchen im Elbsandsteingebirge, zeigt, was es mit dem Rotpunktklettern, als dessen Erfinder Kurt Albert gilt, auf sich hat, und er wirft einen Blick ins kleine Örtchen Oberschöllenbach, wo Albert mit befreundeten Kletterern in eine Doppelhaushälfte einzieht. Die wird schon bald zum „Hotel Frankenjura“ und zieht Kletterer aus aller Herren Länder an.

Weltweite Erfolge

Im Gegenzug erobert auch der Franke Kurt Albert die große weite Welt: Tom Dauer erzählt von Alberts Reisen und von seinen Klettertouren, vom Yosemite Valley, von Pakistan, Patagonien, Grönland und von der Expedition mit Stefan Glowacz und Holger Heuber 2010 nach Südamerika, wo die drei auf einer vorher noch nie begangenen Route die steile Felswand des Roraima erklimmen wollen, das Vorhaben letztendlich aber abbrechen müssen.

Für die Biografie hat Tom Dauer nicht nur mit einigen Weggefährten von Kurt Albert gesprochen, sondern auch Einblicke in dessen privates Text- und Bildarchiv nehmen dürfen. Herausgekommen ist ein spannendes Buch, das seine Leser auf über 300, teils bebilderten Seiten auf eine abenteuerliche Reise durch ein außergewöhnliches Leben mitnimmt.

Tom Dauer: „Kurt Albert. Frei denken – frei klettern – frei sein“, Tyrolia-Verlag, 29,95 Euro, ISBN 978-3-7022-3874-2.

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