Gemeinden im Hersbrucker Land suchen Partner

Zuschüsse in Gefahr: Gesundheitsregion sucht Mitglieder

Premiere im Laufer Stadtrat: Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg (rechts) will die Stadt Lauf und andere Kommunen für einen Beitritt zur „Leader“-Region gewinnen. Nur dann fließen weiterhin EU-Zuschüsse. Foto: Buchner-Freiberger2013/10/70711_leaderprogrammilgstadtratlauf_New_1381152664.jpg

NÜRNBERGER LAND — Über Zuschüsse von Bund und Land freut sich jede Gemeinde. Seit einigen Jahren schüttet nun auch die EU Gelder für Projekte im ländlichen Raum aus. Das ganze trägt den etwas sperrigen Namen „Leader“-Programm, Nutznießer war bisher unter anderem die Gesundheitsregion Hersbrucker Land. Damit jedoch auch weiterhin Euro aus Brüssel ins Nürnberger Land fließen, muss sich dieses Bündnis vergrößern. Bürgermeister Robert Ilg aus Hersbruck machte daher jetzt im Laufer Stadtrat Werbung für einen Beitritt, auch andere Kommunen sollen folgen.

Benedikt Bisping freute sich sichtlich, seinen Hersbrucker Amtskollegen im Rund des Stadtrats begrüßen zu können, und der verstand es, das komplexe „Leader“-Thema prägnant zu erläutern.

Warmer Geldregen

Seit 2008 wurden demnach, je nach Rechenart, zwischen zwei und vier Millionen Euro für 19 Projekte an die Gesundheitsregion Hersbrucker Land überwiesen. So gab es für den Generationengarten in Reichenschwand beispielsweise 150 000 Euro, für die „kulturhistorische Erschließung“ der Burg Hohenstein 590 000 Euro oder für einen Radfahrer-Rast- und Informationsplatz in Pommelsbrunn 11 000 Euro. 13 Gemeinden des Altlandkreises Hersbruck mit insgesamt rund 44 000 Einwohnern gehören diesem Bündnis, im Fachjargon lokale Aktionsgruppe (LAG) genannt, bisher
an.

Doch dieser Wirkungskreis reicht den Geldgebern in Brüssel nicht mehr aus. Ab 2014 muss eine Region, die Zuschüsse möchte, mindestens 60 000 Einwohner zählen oder 600 Quadratkilometer groß sein. Also muss sich die Gesundheitsregion weitere Partnergemeinden suchen.

Was liege da näher, so Ilg in der Sitzung, als im Landkreis auf „Brautschau“ zu gehen. Wobei manche Mitgliedsgemeinden sich eher vor einer Zwangsheirat fürchten, wie der Bürgermeister ebenfalls durchblicken ließ, denn unterm Strich bleibt bei einer größeren LAG für jede Kommune natürlich weniger vom Kuchen übrig – besonders, wenn Partner wie Lauf mit von der Partie sind.

Kosten: 30 000 Euro

Ilg bezifferte die jährlichen Kosten für das „Leader“-Programm auf rund 30 000 Euro, diese werden unter den Mitgliedsgemeinden aufgeteilt. Weitaus problematischer als die Kosten sei da schon die Bürokratie: So muss das lokale Entscheidungsgremium nach einem bestimmten Schlüssel personell besetzt sein, notwendig sind außerdem gemeinsam mit den Bürgern gestaltete regionale Entwicklungskonzepte. Im Gegenzug allerdings übernimmt die Europäische Union bis zu 60 Prozent der Kosten einer Maßnahme.

Die Zeit drängt, denn die nächste Förderperiode startet 2014 und geht dann bis 2020.

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N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger