Stadtrat: Rechter Bahnhof war Thema

Wann kommt Hersbruck zum Zug?

Für Rollstuhlfahrer oder eine Mutter mit Kinderwagen sind die Bahnsteige am Bahnhof rechts gar nicht oder nur sehr schwer zu erreichen. Bahn und Verkehrsministerium sehen keinen akuten Handlungsbedarf. | Foto: M. Scholz2017/12/8641287.jpeg

HERSBRUCK – So schnell wird der rechte Hersbrucker Bahnhof wohl nicht modernisiert werden. Die Stadt verhandelt zwar über den Kauf des Parkplatz-Grundstücks mit der Bahn, das dauert aber und die Gebühren bleiben wohl vorerst. Für das andere Thema, den barrierefreien Bahnsteig-Ausbau, gibt es keine Zuschüsse. Jetzt ist die Frage, ob es hilft, wenn die Stadt Geld für eigene Pläne ausgibt.

Geduld ist für Kommunen bei Bahn-Angelegenheiten eine Tugend. 5000 Menschen am Tag, die ein- oder aussteigen, sei doch eine Marke, meint nicht nur Bürgermeister Robert Ilg. Selbst dieses Argument beschleunigt nichts. Nach langem Hin und Her kennt er inzwischen immerhin das Bodengutachten für die beiden Parkplätze südlich des Bahnhofs und das weitere zum Verkauf stehende Gelände. Ein Experte bewertet es derzeit. Von einem weiteren Fortschritt berichtet Ilg: Demnach sind die „astronomischen“ 85 Euro pro Quadratmeter vom Tisch. „Wir haben uns stark angenähert“, sagt er.

Für die Flächen gibt es Ideen. Dort könnte die seit Jahren anvisierte zentrale Bushaltestelle entstehen, auch ein kleines Gewerbegebiet, vor allem aber ein Park-and-ride-Platz oder ein Parkhaus für die Bahnkunden. Dass Kommunen kostenlose Parkplätze für das Unternehmen bauen sollen, ärgert Ilg nach wie vor. Sein Plan war, die Flächen bis zum Kauf anzupachten und sofort auf die Parkgebühren zu verzichten. Das scheint derzeit nicht möglich, weil der Eigentümer Bahn Station & Service den Pachtvertrag mit DB Bahn & Ride, der bis 2020 läuft, nicht kündigen will.

Was den Bahnsteig-Ausbau angeht, half der Einsatz der heimischen CSU-Abgeordneten bisher nicht. Hersbruck kam im Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes nicht dran. Ein Argument: Die Stadt habe auf der linken Bahnstrecke bereits eine barrierefreie Station. „Das nützt ja nichts, wenn 5000 Menschen am Tag rechts fahren“, entgegnet Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler.

Sie empfiehlt der Stadt in die Vorleistung zu gehen. Das heißt: Geld für eigene Pläne ausgeben, die dann, wenn Zuschüsse frei werden, bereits fertig in der Schublade lägen. Dieser Betrag flösse, wenn gebaut wird, wieder zurück. „Dass die Ausgabe nicht umsonst war, da wissen wir uns schon einzusetzen“, verspricht Mortler.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz