Jahresrückblick des Hersbrucker Stadtrates

HEB-Kennzeichen bis Windkraft

Günther Langheinrich (rechts, daneben Jürgen Amann) hielt gemäß der Tradition als ältester Hersbrucker Stadtrat die Jahresabschlussrede. Foto: J. Ruppert2013/12/5_2_1_2_20131213_STADT.jpg

HERSBRUCK – Unterstützung in Energiefragen für Einkommensschwache, Miteinander mit hilfsbedürftigen Mitbürgern und Jahresrückblicke: Typisch vorweihnachtliche Themen haben die letzte diesjährige Sitzung des Hersbrucker Stadtrates dominiert. Traditionsgemäß wurde das Sitzungsgeld gespendet. Es geht an die Hausaufgabenbetreuung von Marianne Ermann, verkündete Günther Langheinrich als Ältester des Gremiums.

50 Hersbrucker Haushalte sind pro Jahr von Stromsperrungen betroffen, weitere 50 gefährdet, sagte Hewa-Geschäftsführer Harald Kiesl auf Nachfrage. „Eine überraschend hohe Zahl“, kommentierte Bürgermeister Robert Ilg. Die Hewa bietet deshalb schon seit längerem eine Energieberatung. Der Service wird aber kaum genutzt. Die Hemmschwelle ist zu hoch, vermutet Kiesl.

Nun möchte das Diakonische Werk mit Sitz neben der Hersbrucker Stadtkirche die Idee in erweiterter Form aufgreifen. Ehrenamtlich wird Adolf Munzinger Interessenten in deren Wohnung aufsuchen und Energiesparmaßnahmen anregen. Das geht bis zum Austausch alter Geräte, die viel Strom fressen (Bericht folgt).

Ein Anruf genügt schon

Zweite Bürgermeisterin Brigitta Stöber wollte mehr über die Einsparziele wissen. Babette Brokmeier von der Diakonie mochte sich da aber nicht prozentual festlegen, da dies individuell sehr unterschiedlich ist. Stadtrat Adolf Loos schlug vor, bei Betroffenen die Schuldnerberatung hinzuzuziehen. Energie-Experte und Stadtrat Günther Schneider sagte unter dem Applaus aller seine tatkräftige Hilfe zu: „Anruf genügt.“

Angela Henke und Michael Groß stellten das Projekt „Caritas als Kirche im Lebensraum der Menschen vor“. Konkret geht es um Ältere, Kinder oder Behinderte, die nicht in Sondereinrichtungen wie Heimen, sondern zu Hause betreut werden möchten. Erster Schritt der Caritas ist eine Frageaktion ab Mitte März. Kernpunkt ist, wie die Hersbrucker das Miteinander in ihrer Stadt erleben. „Voneinander mehr wissen“, präzisierte Angela Henke das Vorhaben.

In Großviehberg hat die Feuerwehr ihre Führungsstruktur verändert. Der Stadtrat bestätigte die beiden gewählten Kommandanten Stefan Loos und Armin Löhner-Hoffmann.

In seinem Rückblick streifte Robert Ilg Themenfelder des abgelaufenen Jahres vom neu gestalteten Altensittenbacher Ortseingang bis zu den Rekord-Besucherzahlen beim Gitarrenfestival. Der Rathauschef skizzierte auch die anstehenden Aufgaben: neuer Internetauftritt der Stadt, Breitbandausbau, Kletterhalle, bessere Grünpflege durch den Bauhof, eventuell Aufnahme von Asylbewerbern und Straßen-/Kanalsanierung. Ilg erwartet zudem Fortschritte in Sachen Gestaltung Posthofareal und leere Schickedanzfläche. Außerdem möchte er den Flächennutzungsplan fortschreiben und sowohl Flächen für Gewerbe wie auch für Wohnbebauung in Grundzügen festlegen.

Das Schlusswort gehörte Günther Langheinrich als dem ältesten Hersbrucker Stadtrat. Er gedachte zunächst des unerwartet im Februar verstorbenen Fraktionssprechers Alexander Pollmer. Langheinrich erwähnte die lange Diskussion um das HEB-Kennzeichen ebenso wie die Sanierung der innerstädtischen Straße Eisenhüttlein und den geglückten Rückkauf der Hewa-Anteile. Bei den Spatenstichen ging der Senior unter den Stadträten auf die neue Kindertagesstätte Raiffeisenstraße ein und – „die erste Anlage dieser Art in weitem Umkreis“ – die Umwandlung des alten Sportzentrums in ein Kinderkompetenzzentrum.

Schon Ilg hatte zuvor die ausge uferte Diskussion um die Windräder auf dem Großviehberg kritisiert. Langheinrich gestand „Gegenwind“ selbstverständlich ihren Standpunkt zu. Allerdings hätte er es besser gefunden, wenn die Gruppe eine anderweitige Lösung zur Energiewende unterbreitet hätte.

Kein gutes Haar ließ der Stadtrat an der Berichterstattung der HZ zu diesem Thema: „Riesige, für mich aufgebauschte Berichte von Gegenwind stehen im krassen Gegensatz zu den fast gleichgültig abgefassten Berichten der Windkraftbefürworter.“ Die Pro-Meinungen mussten laut Günther Langheinrich durch Leserbriefe an die Öffentlichkeit gebracht werden. Die ganze Aufregung um die Windräder habe sich aber nicht gelohnt, sagte er unter Hinweis auf die Ankündigungen aus München zu den größeren Abstandsflächen der Anlagen. Ein Lob bekam der Stadtrat für seinen fairen Umgang untereinander, was zu vielen einstimmigen Beschlüssen vor allem in den wichtigen Fragen geführt hat.

Zum Kommentar von Susanne Will

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