Hochwasser in der Hersbrucker Schweiz

Überflutung hält sich in Grenzen

Das Wassertor machte gestern seinem Namen alle Ehre: Die Wassermassen verwandelten den Plärrer in einen ausgedehnten See. Foto: A. Geng2013/06/5_2_1_2_20130604_FLUT.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ — Während Passau und Rosenheim in den Fluten der Donau und der Mangfall versinken, ist der Altlandkreis trotz des tagelangen Dauerregens verhältnismäßig glimpflich davongekommen. „Wir hatten zwar allein in der Nacht auf Montag rund 40 Einsätze“, sagt Kreisbrandrat Norbert Thiel, „aber Gottseidank keine schlimmeren Schäden“.

Fast überall im Altlandkreis traten Bäche und Flüsse über die Ufer, und die Wehren aus vielen Orten hatten alle Hände voll zu tun – mussten (teils) überschwemmte Straßen sperren, umgefallene Bäume entfernen oder vollgelaufene Keller leerpumpen.

Am Sonntagabend war noch einmal ein Schwerregengebiet von West nach Südost durchgezogen – allerdings nicht direkt über das Nürnberger Land, die kräftigsten Niederschläge gingen in den Nachbarlandkreisen nieder. „Wir hatten dennoch gefühlte 20 Liter pro Quadratmeter – nur“, sagt Thiel, „weitere 50 Liter hätten wir nicht mehr verkraftet.“ Am Montag gegen Mittag ließ der Regen nach, die Pegel der Pegnitz, des Högenbachs, Hammerbach oder Sittenbachs gingen danach zurück.

In Hersbruck hatte sich der Plärrer schon am Sonntag in einen ausgedehnten See verwandelt, an der Sartoriusinsel stieg die Pegnitz bedrohlich an und kurz vor dem Wassertor fehlten nur noch wenige Zentimeter und das Wasser wäre auf die Mühlstraße gelaufen. Am Lohsteg überspülte der Fluss den Lohweg und den hinteren Teil der Johannes-Scharrer-Straße. „Das passiert nur alle 20 Jahre“, sagt Thiel.

Weil die Lage im Nürnberger Land vergleichsweise entspannt blieb, konnte das THW Lauf die Kollegen in Erlangen mit gut 1000 Sand sä cken unterstützen. Die Katastrophenschützer des ASB Regionalverbands Jura machten sich derweil am Montag auf in Richtung Passau oder Rosenheim, um den dortigen Helfern eine Verschnaufpause zu gönnen. Zehn Männer und Frauen der Betreuungseinheit bereiteten sich und ihre zwei Fahrzeuge seit Sonntag auf den Einsatz vor. Eine zweite Gruppe könnte im Lauf der Woche folgen.

Die Wetterkapriolen trafen gestern außerdem die Pendler: Zwischen Lauf links und Hartmannshof waren die Gleise der S-Bahn-Linie 1 wegen eines Asts in der Oberleitung gesperrt. Von 9.30 bis 12.45 fuhren deshalb Ersatzbusse. Arbeiter beseitigten die Störung, am Nachmittag fuhren die Züge wieder normal.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta