Bürgerversammlung in Altensittenbach

Überflutung der B14 bald Vergangenheit?

Nicht nur für Autofahrer auf der Bundesstraße B14 ein Ärgernis: Bei anhaltenden Regenfällen überflutet der Dietersbach die Fahrbahn. 2015 könnte damit endlich Schluss ein. Archivfoto: T. Kohl2014/10/5_2_1_2_20141023_ALSIBA.jpg

ALTENSITTENBACH — Im Stadtteil Altensittenbach sind die Bürger offenbar zufrieden mit der Arbeit der Stadtverwaltung und des Stadtrats – diesen Eindruck vermittelte zumindest die diesjährige Bürgerversammlung. Neben ein paar Hinweisen auf kleinere Mängel gab es auch einiges Lob.

Für Unruhe sorgt die geplante Unterkunft für 40 bis 50 Asylbewerber in einem Wohnhaus im Laubenweg (wir berichteten). „Wie verträgt sich das mit der Stadtentwicklung, dass dort 16 Eigentumswohnungen abgelehnt werden und statt dessen eine Asylbewerberunterkunft entsteht?“, wollte Günter Spieß wissen. Der Bauausschuss des Stadtrats habe sich seit 2011 zweimal mit dem Thema beschäftigt und den Neubau von zwei Häusern jeweils einstimmig wegen der Dimensionen und Auswirkungen zum Beispiel auf den Verkehr abgelehnt. Was der Eigentümer mit dem bestehenden Wohnhaus im Laubenweg mache – im Raum steht ein Verkauf an den Starnberger Unternehmer Oliver Bledt, der bereits die Asylbewerberunterkünfte im Buchenhof und im ehemaligen „Hemingways“ betreibt -, sei aber „allein seine Sache“, sagte Ilg.

Hochwasserschutz im Blick

Auch der (nicht überall zufriedenstellende) Hochwasserschutz war ein Thema. Ex-Stadtrat Adolf Loos sprach vor allem die Situation im Norden der Spessartbrücke an, Hans Peter Sperber brachte zum wiederholten Male die Zustände am Dietersbach in Erinnerung, der nach ausgiebigen Regenfälle immer mal wieder die B14 überschwemmt. Letzteres könne sich vielleicht schon im nächsten Jahr erledigen, sagte Stadtbaumeister Lothar Grimm. „Die Planungen sind bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Straßenbauamt abgesprochen.“ Und auch am „Thema Spessartbrücke sind wir dran“, ergänzte Ilg, wenngleich Hersbruck hier auch „ein bisschen“ von der Nachbargemeinde Kirchensittenbach abhängig ist.

„Schade, dass es diese Einrichtung nicht mehr gibt, die 20 Jahre lang gute Arbeit geleistet hat“, drückte Walter Euskirchen sein Bedauern über das Aus für das Jugendzentrum HEB aus. Gegen seinen Vorwurf, die Stadt „ziehe sich aus der Jugendarbeit“ zurück, verwahrte sich Robert Ilg: „Wir geben keinen Jugendlichen auf.“ Das Konzept hätte wegen sinkender Nachfrage überarbeitet werden müssen, der neue Ansatz werde am 30. Oktober vorgestellt.

Wolfgang Rempt beschwerte sich – nicht zum ersten Mal – über die fehlende Markierung an der Kreuzung Kühnhofener/Nürnberger Straße. „Das ärgert mich auch“, sagte Robert Ilg. Er habe dies bereits mehrfach beim für die Kreisstraße zuständigen Landratsamt moniert. Das sei auch die richtige Anlaufstelle für das Anliegen von Ute Seitz. Wie berichtet, stößt sich die Altensittenbacherin an der von der Raiffeisenbank geplanten Lagerhalle für landwirtschaftliches Schüttgut auf dem Gelände des Bahnhofs rechts – und vor allem an dem Umstand, dass dies ohne viel Aufsehen genehmigt wurde, obwohl die dort vor allem zur Erntezeit zu befürchtende Lärmentwicklung bis zu 100 Anwohner betrifft.

Eine Erfolgsgeschichte bleibt das Neubaugebiet „Hirtenbühl-West“. Nur noch zwei der 34 Bauflächen sind frei, teilte Ilg mit. Mit dem „Grünen Band“ entstand für knapp 126.000 Euro (davon 53.000 Euro aus Leader-Mitteln) eine „Begegnungsstätte vieler Generationen“. Vom zusätzlichen Mobilfunkmast am Großviehberg verspreche sich der Betreiber einen deutlich besseren Empfang in Altensittenbach und Kühnhofen (Ilg: „Dort ist es ja manchmal richtig spannend“). Und auch der Ausbau des Hirschbühlwegs könnte noch in diesem Jahr starten.

Schwieriger gestaltet sich der „Lückenschluss“ des Radwegs nach Aspertshofen bei Kühnhofen – vor allem beim Erwerb der dazu notwendigen Flächen hake es noch. „Wir hoffen aber, dass wir 2015 deutlich vorankommen“, so Ilg. Insgesamt nehme Altensittenbach eine „sehr gute Entwicklung“ – nicht nur bei den Einwohnerzahlen (plus 13, Kühnhofen plus 1). Stolz mache ihn die intakte Gemeinschaft und der Einsatz der Bürger und Vereine für ihren Heimatort.

Auch die Altensittenbacher sind mit der Arbeit von Bürgermeister, Verwaltung und Stadtrat sehr zufrieden. Pfarrer Gerhard Metzger lobte den „freundlichen Empfang“ durch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Telefon und im Bürgerbüro. Das zeige „ein gutes Händchen bei der Personalauswahl“ und bringe der Stadt nach außen viele Pluspunkte. Ursula Wolfermann bedankte sich – begleitet vom Applaus ihrer rund 60 anwesenden Mitbürger – für den „sehr gut gelungenen Kreisel“ und den Parkplatz am Ortseingang. „Dann vermissen sie die Ente also nicht“, antwortete Bürgermeister Robert Ilg augenzwinkernd.

Reinhard Felsner freute sich über den Spielplatz am Krebsbach: „Das Wasserwerk dort ist wirklich eine tolle Idee.“ Dem schlossen sich Fabian und Julia Heinz an, erinnerten aber daran, dass viele andere Spielflächen in der Stadt „teils in einem erbärmlichen Zustand“ sind und baten darum, sie regelmäßig alle paar Wochen zu pflegen.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta