Tanzend über Brücken

Die Karatekas des TV Hersbruck erhielten für ihren Bruchtest viel Beifall. Foto: J. Ruppert2012/04/5_2_1_2_20120423_KINDER.jpg

HERSBRUCK (jr) – „Brücken zwischen Kulturen bauen“ nannte Huriye Cinel den Sinn des internationalen Kinderfestes, das einst Atatürk ins Leben gerufen hat. Und wie das am besten geht, zeigten die Folkloregruppen des Gastgebers Türkisch-Deutscher Elternverein: Sie begeisterten mit Tänzen die vielen Besucher, die in die Grete-Schickedanz-Schule gekommen waren.

Als Vertreterin des türkischen Konsulats Nürnberg ging Sibel Güney auf den Anlass der Veranstaltung ein. Am 23. April 1920 wurde in ihrem Heimatland die Nationalversammlung gegründet. Die treibende Kraft war Mustafa Kemal Pascha, besser bekannt als Atatürk. Der widmete das Datum den Mädchen und Jungen in aller Welt nach dem Motto „Unsere Kinder sind unsere Zukunft“.

Der Nachwuchs stand denn auch im Mittelpunkt der Vorführungen. Die Band der Johannes-Scharrer-Realschule spielte unter Leitung von Josef Schöberl Coversongs à la „Eye of the Tiger“. Jugendliche der Hersbrucker TV-Karateabteilung demonstrierten Kampfkunst und brillierten beim abschließenden Bruchtest.

Kuh von der Liane

Magier Hundini holte sich eine junge Assistentin auf die mit einem Riesenporträt von Mustafa Kemal Pascha, Flaggen der Türkei, Deutschlands und Frankens geschmückten Bühne. Der Hersbrucker ließ zum Beispiel eine Afliku (afrikanische Lianenkuh) an einem Ast von Schnur zu Schnur entlang wandern.

Elternvereins-Vorsitzende Zühal Sapkaya und ihr Ehemann hatten mit türkischen Kindern Folklore einstudiert. In malerischen Gewändern aus der Zeit des osmanischen Reiches erzählte eine Gruppe die Geschichte einer Brautwerbung, die andere zeigte Szenen aus der Feldarbeit. Dazwischen gab es Musik, Gedichte, Tanz und die kleine Begüm Kunduz schmetterte den Song „Grenade“.

Rektorin Ingrid Schimmelpfennig strich den Wert der vielen türkischen Mittelschüler in Hersbruck hervor: Höflichkeit gegenüber Erwachsenen, überschäumendes Temperament, Hilfsbereitschaft… Ingrid Schimmelpfennig durfte ebenso wie ihr Kollege Johannes Schulz aus den Händen von Kemal Sapkaya einen Scheck des Türkisch-Deutschen Elternvereins für die Schule in Empfang nehmen.

Als Vertreterin von Bürgermeister Robert Ilg sagte Stadträtin Dr. Ulrike Eyrich, dass sie auf ein großes interkulturelles Kinderfest in naher Zukunft hofft. Weitere Grußworte sprachen Repräsentanten des BRK, der Zukunftswerkstatt und Kaan Durmus vom Elternverein. Charmant führten Asena und Artila zweisprachig – türkce und almanca – durch das bunte Programm in der Grete-Schickedanz-Grundschule.

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