Hersbruck hat neue Streetworker

Streetworker kommen mit dem Rad

Mit dem Fahrrad gelangen die Streetworker Anna Lemmes und Harry de Boor von der Rummelsberger Diakonie zu den Treffpunkten der Jugendlichen in Hersbruck. | Foto: Heike Reinhold2019/05/PM_Streetwork_Hersbruck_Rad_FotoHeikeRei.jpeg

HERSBRUCK – Seit Anfang April haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Hersbruck zwei neue Kontaktpersonen. Anna Lemmes und Harry de Boor von der Rummelsberger Diakonie sind seitdem als Streetworker auf den Straßen unterwegs. Mit dem Fahrrad kurven sie durch Hersbruck und gelangen schnell zu beliebten Treffpunkten wie Skateranlage und Güterhalle am Bahnhof. In den kommenden Wochen stellen sich beide an den Schulen vor.

„An uns können sich junge Leute wenden, wenn sie Unterstützung brauchen, zum Beispiel bei Bewerbungen oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz“, sagt Anna Lemmes (34). Aber Harry de Boor und sie bieten auch Unterstützung bei Problemen in der Schule oder mit den Eltern an.

„Alles was ihr uns anvertraut, behandeln wir vertraulich“, verspricht de Boor (57). Außerdem werden Daten der Ratsuchenden selbstverständlich nicht erfasst. Jeweils vier Stunden in der Woche sind die beiden für Hersbruck zuständig. Im Büro im Stadthaus sind sie seit Anfang April immer mittwochs und freitags von 15.30 bis 16.30 Uhr erreichbar.

Offenes Ohr ist wichtig

Finanziert werden die beiden von der Stadt Hersbruck und dem Landkreis Nürnberger Land. „Mir ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche ein offenes Ohr finden, wenn sie Unterstützung brauchen“, sagt Bürgermeister Robert Ilg. Er freut sich, dass er mit der Rummelsberger Diakonie einen starken Sozialpartner an Bord hat: „Das Konzept hat uns überzeugt.“

Dabei sind die beiden Streetworker nur eine Anlaufstelle, die die Stadt bietet. Vor sechs Jahren wurde bereits ein Stadtjugendrat gegründet. Die Ideen, die junge Hersbrucker dort entwickeln, werden dem Stadtrat vorgestellt und wenn möglich umgesetzt. Im Rahmen einer Befragung von jungen Bürgerinnen und Bürgern vor zwei Jahren, an der mehr als 80 Jugendliche teilnahmen, wurde zum Beispiel der Wunsch geäußert, wieder einen Jugendtreff zu gründen.

Immobilie für Jugendtreff gesucht

„Die Mittel für den Jugendtreff sind schon im Haushalt 2019 eingestellt“, erklärt Ilg. Der Jugendtreff wird Teil eines inklusiven Konzepts. Im Rahmen des Projekts „Hersbruck inklusiv“ ist angedacht, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, egal welchen Alters und Herkunft, Menschen mit und ohne Behinderung. Momentan hakt es, weil die Stadt schon seit Ende vergangenen Jahres intensiv nach einer Immobilie sucht. „Wir freuen uns, wenn sich potenzielle Vermieter melden“, hofft Ilg auf Unterstützung.

Lemmes und de Boor, die in der Jugendhilfe der Rummelsberger Diakonie beschäftigt sind, werden dann mit ihrem Büro in die neuen Räume umziehen. „Dann können uns die Jugendlichen im Jugendtreff direkt ansprechen“, sagt de Boor. Was aber nicht bedeutet, dass die Fahrräder eingemottet werden: „Wir werden weiter unterwegs sein und uns vor Ort mit den Jugendlichen unterhalten.“

Wer nicht auf einen Besuch mit dem Rad warten will, kann die Streetworker anrufen, Anna Lemmes unter 0151/25568420 und Harry de Boor unter 0151/20192756. Weitere Infos unter gibt es hier.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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