Bauausschuss Hersbruck

Städtischer Bebauungsplan für Bock-Gelände

Der Bauausschuss möchte über das Planungsrecht den Blick auf die Hersbrucker Stadtmauer mit Gänsturm (links) und Baumeisterturm (rechts) erhalten. | Foto: J. Ruppert2021/05/BA-Heb1.jpg

HERSBRUCK – Heuer im Januar hat eine Bauvoranfrage alles andere als Freude ausgelöst: die Errichtung eines Wohnhauses im Hof der Schlosserei Bock am Rande der Hersbrucker Altstadt. Der Bauausschuss hat nun reagiert und lässt als „Gegenmaßnahme“ den Bebauungsplan „Blick auf die Stadtmauer“ aufstellen. Viele Punkte der jüngsten Sitzung zeugen vor allem von der regen Bautätigkeit in der Citta Slow.

Ein Renner bleibt das Gebiet Hirtenbühl-Nord, in dem die nächsten Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Weitere Vorhaben betreffen den Galling, die Max-Reger-Straße, die Lorenz-Werthmann-Straße (Büro/Unterstellhalle/Wohnhaus), die Amberger Straße, wo der Ausschuss ein modernes Objekt in zweiter Reihe befürwortete, und an der Hohensteinstraße. Für das Asylbewerberheim in Altensittenbach konkretisierte der Eigentümer seinen Entwurf für ein neues Mehrfamilienhaus auf dem Areal. Eine Umsetzung des Planes ist erst nach Ablauf des Mietvertrages möglich, sagte Bürgermeister Robert Ilg auf Nachfrage von Dr. Ulrike Eyrich (Grüne).

Letztes Wort hat Landratsamt

Im Januar hatte der Bauausschuss einen Vorbescheidsantrag zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit neun Wohnungen in der Grabenstraße auf dem Parkplatz der Schlosserei Bock abgelehnt. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen hat das Landratsamt das letzte Wort.

„Wir wollen nicht, dass das Grundstück verbaut wird“, brachte Robert Ilg die Haltung aller im Gremium auf den berühmten kurzen Nenner wieder. Schließlich geht es um den einzigartigen Blick auf den Gänsturm, die Stadtmauer und den Baumeisterturm. Außerdem werden historische Reste der Stadtmauer und ein Gewölbekeller auf dem Grundstück vermutet. Wichtig ist auch der städtebaulich markante Höhensprung zwischen Grabenstraße und Eisenhüttlein.

Sperre von drei Jahren

Robert Ilg und die zehn Räte im Ausschuss beschlossen die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Dies bringt zum einen Zeit, zum anderen kann die Stadt bei der künftigen Gestaltung des Hofes mitreden. Ebenso stimmte das Gremium für eine Veränderungssperre in dem Bereich, um den derzeitigen Zustand zu erhalten. Sie gilt maximal drei Jahre. Martin Schaffer erschien das zu lang. Sobald der Bebauungsplan in Kraft tritt, endet die Sperre automatisch, sagte Sabine Maul von der Verwaltung.

Die Erlen- und Flurstraße sind laut einem Fachmann „in desolatem Zustand“. Nach Abschluss der Kanalerneuerung werden die beiden insgesamt 170 Meter langen Fahrbahnen und Gehwege der Fackelmann Therme erneuert. Beginn ist im Juni, die Arbeiten dauern bis Ende 2021. Der Untergrund ist „sandig, kiesig, schluffig“, also nicht sehr tragfähig. Die Ausgaben betragen rund 480 000 Euro. Das bislang wilde Parken entlang der zwei Straßen soll geordnet werden. Mit zwölf Stellflächen wurde laut Hersbrucks Tiefbauchef Peter Göbel „alles ausgereizt“.


Kosten explodieren

In der Buchstraße lässt die Stadt derzeit einen 120 Meter langen Stauraumkanal errichten, damit bei Starkregen nicht ungeklärte Abwässer letztlich in die Pegnitz gelangen. Die Maßnahme ist seit Mitte März allerdings auf Eis gelegt, denn ein Fertigteilwerk musste wegen Corona vorübergehend dicht machen. Sabine Maul wies darauf hin, dass Unbefugte die Baustelle samt Unterführung trotz der Zwangspause nicht betreten dürfen.

Auch bei den Kosten sorgt der Stauraumkanal für Ärger. Durch nachträgliche Änderungen stiegen sie von 810 000 Euro um 250 000 Euro auf fast 1,06 Millionen Euro. Die Summe ist dank Haushaltsreste aus dem Vorjahr gedeckt. Experten prüfen, ob das Planungsbüro haftbar gemacht werden kann. Norbert Winkler wollte wissen, wann der Bau weiter geht. Mitte Mai, sagte Peter Göbel. Die für Juli angepeilte Fertigstellung verschiebt sich voraussichtlich in den August.

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