Stadt möchte FAK-Neubau am Haltepunkt West

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ALTDORF — Dass die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik in Altdorf eine neues Schulgebäude erhalten, haben die zuständigen Beschlussgremien des Landkreises festgeklopft, nachdem Untersuchungen gezeigt haben, dass ein Neubau nur unwesentlich teurer als die Sanierung am jetzigen Standort in der Hersbrucker Straße ist. Zudem hat dies den Vorteil, dass der Schulbetrieb auch während der Bauzeit ohne Beeinträchtigungen laufen kann. Was noch nicht fest steht, ist der künftige Standort der Bildungseinrichtung.

Diejenigen, die bisher seitens der Landkreisverwaltung ins Gespräch gebracht wurden, stießen in der Stadt Altdorf und bei den Schulnachbarn auf wenig Gegenliebe.

Bürgermeister Erich Odörfer nützte die letzte Bauausschusssitzung dazu, dem Gremium im Rahmen einer Ortsbesichtigung, die ein kleiner Spaziergang rund um das Schulzentrum war, die verschiedenen Standorte zu zeigen. Ausgangspunkt war der Lehrerparkplatz des Leibniz-Gymnasiums. Das hatte energisch gegen den ursprünglichen Plan protestiert, den Hartplatz als künftigen Standort der Fachakademie ins Auge zu fassen, weil der sowieso saniert werden und deswegen an anderer Stelle errichtet werden könnte.

Auch ein weiterer Hartplatz – der der Hauptschule – wurde in Erwägung gezogen. Aber auch hier stieß man auf wenig Gegenliebe. Und vor allem seitens der Stadt kamen große Bedenken gegen einen Standort auf dem Areal, das für das neue Hallenbad vorgesehen ist. Angesichts der jetzt schon herrschenden Parkplatznot würde man hier wohl nur für eine weitere Verschärfung des Problems sorgen. Ein Standort in der Nähe der Hackschnitzelanlage dürfte wohl daran scheitern, dass die drei betroffenen privaten Grundstücksbesitzer kaum unter einen Hut zu bekommen sind.

Auch der Busparkplatz vor der Hauptschule, der dann verlegt werden müsste, wurde als wenig sinnvoll erachtet. Es sei wohl kaum der richtige Weg, so der Tenor, die Fachakademie auf einem Areal zu errichten, das bereits genutzt werde und man diese Nutzung dann an einer anderen Stelle neu schaffen müsste.

Vor Ort und bei der anschließenden Beratung im Rathaus nahmen sich die Ausschussmitglieder viel Zeit, um die Für und Wider der verschiedenen Standorte abzuwägen.

Seitens des Ausschusses wünschte sich der Bürgermeister für die weiteren Gespräche mit dem Landkreis eine Tendenz. Der Ausschuss ging gar noch weiter. Er fasste sogar einen empfehlenden Beschluss an den Stadtrat, dem Landkreis ein Areal aus städtischem Besitz am Haltepunkt West anzubieten, nachdem sich die ursprünglich für diesen Bereich geplante Aussiedlung der Firma Hauenstein zerschlagen hat. Dieses von Bürgermeister Erich Odörfer ins Gespräch gebrachte Grundstück wird von allen im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen favorisiert. Und auch seitens der Fachakademie, so der Bürgermeister, befürworte man diesen Standort.

Der Bürgermeister hat nun die Rückendeckung, dem Landkreis in den weiteren Gesprächen einen Tausch anzubieten: das Grundstück für den Neubau am Haltepunkt West gegen das jetzige Gebäude und Grundstück an der Hersbrucker Straße.

Aus den Beiträgen der Fraktionssprecher wurde deutlich, dass man die Fachakademie unter allen Umständen auch künftig in Altdorf behalten will und damit eventuellen Angeboten aus anderen Landkreiskommunen eine klare Absage erteilte.

Für die CSU-Fraktion machte Dr. Johann Peter Pöllot deutlich, dass man bereit sei, seitens der Stadt für eine gute Lösung ein entsprechendes Angebot zu machen. Für die SPD bekräftigte Ernst Bergmann, dass man eine Bebauung dieser Art am Haltepunkt West gerne sehen würde. Eine Verwirklichung der Maßnahme könne hier schnell und unproblematisch über die Bühne gehen. Zudem bleibe dann noch Platz für eine weitere Bebauung in Richtung Gemeinbedarf. Und für den jetzigen Standort werde man sicher eine vernünftige Verwendung finden.

Thomas Dietz stellte fest, dass diese Lösung auch im Sinne der FW/UNA-Fraktion sei, und für die Grünen sprach Margit Kießling vom idealen Standort, an dem man das Vorhaben möglichst schnell realisieren könnte.

Bürgermeister Erich Odörfer fasste zusammen, dass dies eine charmante Lösung sei, mit der alle leben können. Besonders erfreut zeigte er sich über die Einmütigkeit, die ihm für die weiteren Gespräche mit dem Landkreis den Rücken stärke.

Die Zustimmung des Stadtrats am 14. Mai ist nur noch reine Formsache. „Ich bin froh, dass wir ein gutes Stück vorangekommen sind”, betonte Odörfer abschließend.

N-Land LORENZ MÄRTL
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