Schwimmaktion mit Grundschule

Sicher durchs Wasser

Ministerin Huml war gestern von etlichen Medienvertretern umlagert.2013/11/5_2_1_2_20131114_BAD.jpg

HERSBRUCK — Weil jeder dritte Schüler nach der vierten Klasse Umfragen zufolge nicht sicher schwimmen kann, hat sich die DLRG etwas einfallen lassen: die Aktion „Sichere Schwimmer“. Mit Unterstützung der AOK Bayern und des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege startete das Pilotprojekt nun an zehn Schulen im Bundesland, mit dabei die Grete-Schickedanz-Grundschule. Und die bekam gestern hohen Besuch in Gestalt von Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Freudestrahlend beobachtete Ministerin Huml die Jungs und Mädels beim Schwimmunterricht in der Fackelmann-Therme, bei dem zusätzlich zum normalen Lehrer nun auch immer ein Schwimmtrainer der DLRG mit vor Ort ist. So lässt sich die Klasse in Gruppen einteilen und auch individuelle Einzelförderung ist möglich.

Und das ist dringend notwendig, denn statistisch gesehen können 19 Prozent der Fünftklässler nicht einmal 25 Meter schwimmen. Außerdem ist Ertrinken bei Kindern die zweit häufigste unfallbedingte Todesursache. Meist würden die Schwimmfähigkeiten der Kinder überschätzt, erklärte Elisa Klum von der DLRG. „Mit dem Seepferdchen ist ein Kind noch nicht sicher im Wasser“, warnte sie. Deshalb ist es erklärtes Ziel der Aktion „Sichere Schwimmer“, die Grundschüler soweit zu trainieren, dass sie das Jugendschwimmabzeichen Bronze schaffen. Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege unterstützt die Aktion mit 100.000 Euro.

Minister-Spross geht baden

Sie habe selbst ein eineinhalbjähriges Kind, erzählte Huml. Daher wisse sie, wie wichtig es sei, Kinder frühzeitig ans Wasser zu gewöhnen. Ihr Mann gehe deshalb mit dem gemeinsamen Sprössling regelmäßig zum Babyschwimmen, verriet sie den anwesenden Gästen aus Schule, Politik sowie von AOK und DLRG. Wie gesund der Schwimmsport außerdem ist, erklärte Norbert Kettlitz, Direktor der AOK Mittelfranken. Er sei nicht nur gelenkschonend, sondern fördere auch die Ausdauer. Damit – und natürlich mit einer gesunden Ernährung – ließe sich Zivilisationskrankheiten wie Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirksam vorbeugen. Gesundheitsministerin Huml überreichte er Badeutensilien, vom Handtuch bis zum Wasserspielzeug fürs Kind. Die DLRG packte noch ein süßes Geschenk obendrauf: eine Tafel Schokolade mit der Aufschrift „Rettungsringverstärker“. Auch für die anderen Gäste hatten die Lebensretter solch verführerische Köstlichkeiten mitgebracht.

Florian Döres, Tom Meier und Elisa Klum von der DLRG-Jugend Bayern stellten schließlich die Aktion „Sichere Schwimmer“ im einzelnen vor. Eine Bestandserhebung, ein Ertrinkungszahlen-Monitoring und ein jährlicher Unfallpräventionsbericht gehörten dabei ebenso dazu wie der Schwimmunterricht in der Grundschule. Denn die beste Prävention vor Ertrinkungsunfällen sei letzt endlich das Beherrschen des Schwimmens, betonte Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg und bat Gesundheitsministerin Melanie Huml die DLRG-Aktion auch weiterhin vor Ort zu unterstützen.

Mehr Infos zur DLRG-Aktion gibt es im Internet auf www.sichere-schwimmer.de.

N-Land Katja Bub
Katja Bub