Erzählfest in der Hersbrucker Schweiz

Rumpelstilzchen & Co. in der Stadt

Die Vertreter der Hauptsponsoren (stehend, v. l. ) Harald Kiesl (Hewa) und Klaus Rostek (Raiffeisenbank) sowie Kalheinz Wölfel von der Stadt und Erzählerin Alexandra Eyrich umringen die Initiatorin Andrea Gonze. Foto: M. Strauß2014/04/5_2_1_2_20140411_ERZAHL.jpg

HERSBRUCK – Märchen sind längst aus der Mode? Von wegen: Rapunzel, Rumpelstilzchen und Konsorten treiben sich momentan beim ersten Erzählfestival in der Region in Hersbruck herum. Vier öffentliche und und sieben Veranstaltungen für Schüler stehen auf dem Programm der „Erzählerei“ um Andrea Gonze. Den Anfang machte Erzählerin Alexandra Eyrich bei einem Familiennachmittag im Hirtenmuseum.

Als Alexandra Eyrich ihr „Wunderbuch“ aufschlägt, herrscht gespannte Stille in der Scheune des Hirtenmuseums. Die professionelle Erzählerin weiß, wie sie die Kinder und deren Eltern mit ihren Geschichten fesselt. Zuerst macht sich ein Mausemädchen auf die Suche nach dem stärksten Mann der Welt und findet ihn nach Wolke („Ich lasse mich treiben vom Wind, ich bin nicht die Stärkste“), Wind („Durch eine Mauer komme ich nicht“) und Mauer („Eine Maus knabbert mich an, die ist viel stärker“) schließlich in einem netten Mausemann.

Clever verstrickt Alexandra Eyrich die Geschichte der verliebten Mäuschen mit dem nächsten Märchen, einem Klassiker: Mit kratziger Stimme mimt sie das Rumpelstilzchen und wechselt schnell zur sanften Erscheinung der verzweifelten Müllerstochter, die in der Kammer Stroh zu Gold spinnen soll. Begeistert lassen sich Simon, Veronika, Christian und die anderen Kinder mitreißen, als das Mädchen nach dem richtigen Namen des frechen Männchens sucht und ihn schließlich dank eines Tipps auch findet. Rapunzel und ein neugieriger Indianerjunge gesellen sich zu den gespannt lauschenden Zuhörern – unter ihnen auch Karlheinz Wölfel von der Stadt, die das Festival veranstaltet, sowie Klaus Rostek und Harald Kiesl von den Hauptsponsoren Raiffeisenbank und Hewa. Zusätzlich zu den öffentlichen Veranstaltungen erzählen die fünf Profis auch in der Grundschule in Hersbruck und Altensittenbach, in der Mittelschule, der Realschule und im Förderzentrum.

Entzücktes Lachen entlockt den Gästen im Hirtenmuseum ein putziges Märchen über einen Drachen und einen Schmetterling. Beide sind äußerst unzufrieden mit ihren Namen: Das althochdeutsche Wort „Lindwurm“ für „Drache“ bringt selbigen zur Weißglut: „Lind“, also sanft, sei er ja wohl gar nicht. Ganz im Gegenteil zum lieblichen Zitronenfalter, der Lärm scheut und einfach nur seine Ruhe haben möchte. Doch eine freche Hummel, für die das Wort Schmetterling eindeutig mit „schmettern“ in Verbindung zu bringen ist, macht dem zierlichen Falter gehörig einen Strich durch die Rechnung: „Du dummes Ding, du heißt doch sogar Schmetterling“. Am Ende einigen sich Drache und Schmetterling – wie soll es anders sein? – auf einen fairen Tausch und werden „Lindling“ und „Schmetterwurm“.

Am Samstag, 12. April, ist bei der Abschlussveranstaltung des Festivals um 20 Uhr Gelegenheit, der „Frankenkralle“ mit Alexandra Eyrich, Michl Zirk und Andrea Gonze im „Patchwerk“ in Oed zu lauschen. Eintritt: 10 Euro.

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