Partnerschaft bringt Krankenhäuser voran

LAUF (mz) — Die drei Krankenhäuser im Nürnberger Land schreiben zwar noch rote Zahlen, sind aber weiter auf dem besten Weg aus der Verlustzone. Maßgebliche Größen sind dabei die modernisierte Technik und die weiter steigenden Patientenzahlen. Das berichteten Klinikums-Vorstand Dr. Alfred Estelmann und Kreis-Geschäftsführer Dr. Michael Hitzschke beim Neujahrsempfang im Laufer Foyer.

Zwei Jahre nach dem Kauf der Kreiskrankenhäuser durch das Klinikum Nürnberg sprach Estelmann von der „richtigen Entscheidung“ für beide Seiten. Vor Bürgermeistern, Landrat, Bezirkspolitikern, Landratskandidaten sowie der Ärzteschaft, Rettungskräften und Krankenhauspersonal stellte er fest, dass die drei Häuser und das Klinikum gemeinsam den Versorgungsauftrag für die Region besser wahrnehmen können als jeder private Träger, der sich den Marktgesetzen entsprechend spezialisieren hätte müssen.

Die Patienten merken das ganz offensichtlich: „Der Abwärtstrend bei den Patientenzahlen hat sich bereits 2006 umgekehrt und 2007 stabilisiert“, berichtete Estelmann. Auch wegen höherer Personal- und Sachkosten hätten die Krankenhäuser die Gewinnzone zwar noch nicht erreicht. Aber die Verluste seien immerhin kleiner als erwartet. 2008 müsse weiter gespart werden, allerdings ausnahmslos nicht an den Leistungen, mit denen die Patienten laut Befragungen hoch zufrieden sind, und auch nicht am Personal.

Dr. Michael Hitzschke, Estelmanns Nachfolger als Geschäftsführer für die Krankenhäuser im Landkreis, nannte einige Beispiele für das weiter vergrößerte Angebot in Lauf, Altdorf und Hersbruck: die Notfallpraxis für Erwachsene und die für Kinder in Lauf, die Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten, den Alkoholentzug in Altdorf, der heuer zertifiziert werden soll, und der Zuwachs bei den Hersbrucker Belegärzten.

Sein großer Dank galt den drei Fördervereinen, die für Investitionen stolze 100000 Euro beisteuerten. Alleine im vergangenen Jahr floss eine Million Euro in die Medizintechnik und in Geräte an allen drei Standorten, zum Beispiel in eine moderne Röntgenanlage, in Endoskope, ins Monitoring und in Beatmungsmaschinen. „Der Stau ist gelöst“, bilanzierte Hitzschke. Eine weitere Million kostete die Totalerneuerung des über 40 Jahre alten Rohrkellers.

2008 wird es weitere Neuerungen geben: In Lauf wird der Erweiterungsbau mit vier Facharztpraxen, darunter der lang ersehnte Urologe, und der vierte Operationssaal eröffnet, für den auch neues, zusätzliches Personal eingestellt wird. Auch der Anbau des Kernspintomographie-Raums kommt dieses Jahr. Zudem sind in Lauf jetzt bereits neue Bandscheibenoperationen möglich.

In Altdorf soll dieses Jahr ein Fachärztehaus gebaut werden und in Hersbruck ist für 1. Juli die Eröffnung einer Notdienstpraxis geplant. Das Fazit des Geschäftsführers: „Wir sind auf einem guten Weg mit dem starken Partner Klinikum und das schätzen die Patienten sehr.“

Hitzschke bedankte sich zudem eigens bei Landrat Helmut Reich und Bürgermeister Rüdiger Pompl, die bei der Wahl nicht mehr antreten und sich in ihrer Amtszeit „weit über ihre Funktionsträgerschaft hinaus“ für die Krankenhäuser eingesetzt haben.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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