Besucheransturm auf Hersbrucks Innenstadt

Nur die Sonne hat die Kirchweih verpasst

2012/10/5_2_1_2_20121022_KIRWA.jpg

HERSBRUCK – Spätenstens als die Michelmühler mit drei Pferdegespannen und zwei Oldtimertraktoren samt Anhängern in die Altstadt kamen, ging die Kirwa auf ihren Höhepunkt zu. Tausende von Besuchern sind gestern in das Herz von Hersbruck gepilgert und sorgten für ein buntes Treiben in mittelalterlicher Atmosphäre.

Den heimlichen Startschuss zum Jahrmarkttreiben 2012 hatte aber Gerhard Kratzer gegeben. Denn am Freitag veranstaltete er die Rock-Nacht für die Jüngeren und Junggebliebenen. Garant für den Erfolg war die Band Aeroplane. Angeführt von ihren beiden Frontleuten Sarah Balasus und Paul Paladi, heizte die heimische Formation tüchtig ein. Fast sommerliche Temperaturen luden zum Verweilen auch außerhalb des Zelts ein.

Tags darauf stellten die Michelmühler ihren Baum am Jakobsplatz auf. Für die Statistiker: Die Fichte, die Förster Sigi Huber im Stadtwald beim Trimm-dich-Pfad ausgesucht hatte, misst 29 Meter. Der Thalheimer Robert Blos dirigierte umsichtig die durch die Altenbahner verstärkten Michelmühler und nach zwei Stunden stand der Kirwabaum.

Die Mischung aus Rummelplatz rund am das Rathaus und verkaufsoffenem Sonntag erwies sich dann wie immer als Magnet, auch wenn sich die Sonne nicht zeigen wollte.

Etliche Händler hatten sich Aktionen einfallen lassen. Bei Foto-Steinbauer durften sich alle in Dirndl und Tracht ablichten lassen. Carola Hoffmann ließ die Passanten die Zahl von Luftballons in einem Auto erraten. Am Wassertor gab es ein Kinder-Foto-Shooting.

Doch auch in der Peripherie der Citta Slow war jede Menge Betrieb. Das Autohaus Baur hatte ebenso geöffnet wie Hörluchs im City-Park, das Fiesenland in der Happurger Straße und der Fabrikverkauf von Carl Gross.

Die Michelmühler verwandelten bei ihrem Umzug durch Hersbruck das Kopfsteinpflaster erst in Kratzers Biergarten und dann vor dem Café Bauer in ein Parkett und legten zur Gaudi der Umstehenden nach jeweils einem Umtrunk einige flotte Tanzrunden ein.

Das eigentliche Kirwa-Baumaustanzen wurde dann aber zu einer Geduldsprobe für die 26 Paare und die vielen Zuschauer. Nach fast einer Stunde reichten die Kommentare der Umstehenden von „Des dauert aber gescheit lang“ bis zu einem vielsagenden „Also langsam wirds dunkel“.

Erst tupfte dann Erich Lösch leicht und dann weniger leicht auf den Wecker, ob das gute Stück nicht vielleicht stehengeblieben war. Als Reinhard Zeschky dem Zeitmesser auf die Sprünge helfen wollte, klingelte es endlich. Zum neuen Hersbrucker Oberkirwapaar wurden Melanie Lösch und Micha Becker gekürt.

Am heutigen Montag klingt die Kirchweih langsam aus. Allerdings steht auch noch ein weiteres Highlight auf dem Programm: die Wahl der drei Michelmühl-Bürgermeister.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren