Stadtjugendrat

Neuer Style für Hersbrucker Skaterplatz

Otfried Bürger und Simone Bösch (links) zeigen das Emblem für die „urbane Kunst“, die auf dem Hersbrucker Skaterplatz unter Leitung von Carlos Lorente und mit Hilfe der Stadt – Timo Stötzner, Robert Ilg , Karlheinz Wölfel und Birgit Meister – entstanden ist. | Foto: J. Ruppert2020/08/redwebUrban-Art-Heb.jpg

HERSBRUCK – „Aus eintönig grau mach attraktiv bunt“ lautete die Aufgabe, die sich der Stadtjugendrat gestellt hat. Und das ist bestens geglückt, stellten Bürgermeister Robert Ilg und Otfried Bürger von der Sparkasse Nürnberg bei der Besichtigung fest. Unter Anleitung von Carlos Lorente haben die jungen Mandatsträger die Betonelemente des Hersbrucker Skaterparks mit gesprayten und gemalten Graffitis verschönert.

Bereits seit einigen Jahren fördert die Sparkasse Nürnberg Streetart-Projekte in der Großstadt. Unternehmenskommunikator Otfried Bürger fand, dass sich solche Kunstwerke auch im Nürnberger Land gut machen. Insgesamt stellt die Bank 10 000 Euro für fünf Orte zur Verfügung. Der Skaterpark in Hersbruck bildet gewissermaßen den Startschuss. Den Kontakt mit dem Stadtjugendrat vermittelten Karlheinz Wölfel und Birgit Meister von der Verwaltung.

Die Mädchen und Jungen erarbeiteten rasch ein Bewerbungskonzept. Das „Wo“ für die Graffiti-Aktion war gefunden. Denn die Ramps, Curbs und Banks auf der Sportanlage boten den Könnern auf den rollenden Brettern bislang zwar action pur. Doch sie sahen ziemlich schmucklos aus.

Carlos Lorente von den Nürnberger Style Scouts zeigte das „Wie“. Der Profi-Sprayer machte mit den Jugendlichen einen dreitägigen Workshop. Zunächst wurden Ideen gesammelt, geplant und Schablonen gebastelt. Im Skaterpark folgte dann die Umsetzung und es entstanden verschiedenste Formen wie Regenbogen, Farbverlauf, Tintenfisch, Schachbrett, Vulkan und mehr. Wegen der ebenen Flächen kamen neben Spraydosen auch Pinsel zum Einsatz.

Abseits der digitalen Welt

Ilg zeigte sich begeistert von der „Urban Art“, wie es laut Experten heißt, und lobte den Stadtjugendrat um Vorsitzenden Marvin Windhövel für Kreativität und den Mut, neue künstlerische Wege mit persönlichen Kontakten abseits der digitalen Welt zu gehen. Seit Monaten dient zum Beispiel auch der ehemalige Mercedes-Scharrer dank vieler Graffitis als Fotokulisse, sagte der Rathauschef und ergänzte: „Ich hoffe, dass viele Gefallen an den Kunstwerken finden und die Anlage in der neuen Form angenommen wird.“

„Man kann Graffiti auch schön machen, es sieht toll aus“, sagte Bürger und spielte damit auf den Kontrast der Kunstwerke zu Schmierereien an Wänden an. Hersbrucks Sparkassenchefin Simone Bösch freute sich für die Stadt und die Jugend. Sie dankte für die Zusammenarbeit in Coronazeiten.

„Den öffentlichen Raum mitgestalten“, nannte der „Style Scout“ das Projekt. Nebenbei brachte Carlos Lorente, assistiert von Timo Stötzner, den Mädchen und Jungen den richtigen Umgang mit den gesundheitlich nicht ungefährlichen Spraydosen bei, warnte vor illegalem Sprühen und achtete darauf, dass die Betonelemente für die Skater nicht zu glatt werden. Herausgekommen sind leuchtende Beispiele für Streetart. „Der Skaterplatz präsentiert sich in einem ganz anderen Licht“, sagte der Nürnberger Künstler.

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