Verein will Kulturkneipe erhalten

Neue Hoffnung fürs „…na und“?

Damit sich die Türen des „...na und!“ auch weiterhin öffnen und zum Beispiel Konzerte stattfinden können, soll ein Verein gegründet werden. | Foto: A. Pitsch2020/01/IMG-4251-scaled.jpeg

HERSBRUCK – Schon seit rund zwei Jahren ist bekannt, dass Pächterin Erdmute Lipper einen Nachfolger für die Kulturkneipe am rechten Bahnhof sucht. Kurz vor dem letzten Konzert tut sich was: Engagierte Hersbrucker wollen helfen, das „…na und!“ am Leben zu halten.

Im vergangenen Frühjahr gab Erdmute Lipper bekannt, dass sie den regelmäßigen Betrieb im „…na und!“ einstellt, weil sich kein Nachfolger gefunden hatte. Seit Herbst hatte die Kulturkneipe wieder sporadisch für Konzerte und Veranstaltungen geöffnet. Doch zeitliche und gesundheitliche Gründe sowie Personalprobleme zwingen Lipper, die eine Tierarztpraxis in Nürnberg führt, die Türen nun komplett zu schließen. Das letzte Konzert findet am 8. Februar statt.

„Das darf nicht sein“, dachte sich Doris Dischner, als sie davon erfuhr. Zusammen mit Horst Arndt Henning und anderen Hersbruckern überlegte sie, wie die Kneipe als Treffpunkt und Kulturort erhalten bleiben könnte. Die Lösung: Ein gemeinnütziger Verein soll gegründet werden und ein Kulturbahnhof entstehen.

Veranstaltungen und Begegnungen

Die Kneipe soll weiterhin ein kultureller Veranstaltungs- und Begegnungsort bleiben, in dem beispielsweise Konzerte und Lesungen stattfinden. Zu diesen Veranstaltungen soll sie geöffnet sein, ein durchgehender Kneipenbetrieb ist jedoch nicht geplant. Aber auch Gruppen wie Vereine oder Kleidertauschbörsen sollen die Räume anmieten können, und zwar „ohne Konsumzwang“, so Dischner.

Binnen weniger Wochen hätten sich zahlreiche Unterstützer gefunden, die zumindest am Anfang für Kosten wie Miete und Reinigung aufkommen wollen. Mit der Zeit soll dann geschaut werden, wie weitere Gelder generiert werden können. „Wir haben uns mit dem Team des Kulturbahnhofs in Kalchreuth ausgetauscht und wollen weitere besuchen“, erzählt Dischner von der Ideenfindung. Auch um das Servicepersonal will sich der neu gegründete Verein kümmern.

Deutsche Banhn muss zustimmen

Erdmute Lipper ist „super glücklich“ über die Entwicklung und will, wenn alles klappt, auch selbst weiter mithelfen. Sie wird wohl auch Pächterin bleiben und die Kneipe vorerst an den Verein unterverpachten. Wenn die Deutsche Bahn, der die Räumlichkeiten gehören, zustimmt, würde das „…na und!“ im März auf den Verein übertragen.

Nun muss sich der Verein aber erst einmal offiziell gründen. Das wollen die Initiatoren am Mittwoch, 29. Januar, besprechen und das Konzept vorstellen. Sie laden alle Interessierten ein, um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Kulturkneipe zu kommen.

N-Land Marina Gundel
Marina Gundel