Kooperation besiegelt

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NÜRNBERGER LAND — Vier kommunale Krankenhaus-Unternehmen im Großraum Nürnberg arbeiten künftig zusammen, wenn es in einem der Häuser mal eng wird. Im Landkreis Nürnberger Land dürften davon vor allem Hersbruck und Altdorf profitieren, die dadurch eine stärkere Auslastung erfahren.

Per Vertrag verständigten sich gestern die Chefs der Kliniken Nürnberg, Nürnberger Land, Fürth und Neustadt (Aisch) / Bad Windsheim auf eine Kooperation bei der Belegung ihrer Betten. Ganz wichtig dabei: Kein Patient wird gezwungen, an einen anderen Ort zu gehen. Und: Der Ortswechsel muss auch medizinisch Sinn machen, der Patient muss auch am Ersatz-Krankenhaus optimal versorgt sein. Aber, so die Überlegung der Krankenhaus-Manager: Viele Kranke werden die entspanntere Atmosphäre beispielsweise in Hersbruck einem Notbett am Flur in Fürth oder Nürnberg vorziehen.

Bisher gab es solche Verschiebungen nur im Einzelfall und nach Absprache über die Leitungen der Kliniken. Künftig soll solche Nachbarschaftshilfe ganz informell funktionieren. Es entsteht keine neue Koordinationsstelle oder Bürokratie. Sondern die Koordination wird den Chefs der vier Aufnahmekliniken übertragen. Für die drei Häuser im Nürnberger Land ist insgesamt Dr. Michael Christ aus Lauf zuständig. Die Patienten sollen auch möglichst wohnortnah verlegt werden. Das heißt: Die Fürther orientieren sich Richtung Westmittelfranken oder Nürnberg, die Nürnberger Richtung Fürth oder Nürnberger Land. Und das Nürnberger Land wieder Richtung Nürnberg. Wie stark das Patientenkarussell in Fahrt kommt, mag der Chef der Krankenhäuser im Nürnberger Land, Dr. Michael Hitzschke, nicht voraussagen. Zu erwarten ist aber, dass Hersbruck und Altdorf eher Häuser sein werden, die durch die Kooperation eine bessere Auslastung erleben. Schon derzeit werden in Einzelfällen Patienten aus Lauf nach Hersbruck geschickt, wenn eine Operation auch dort durchgeführt werden kann.

Nicht möglich ist eine Lösung, die für Patienten und Kliniken Sinn machen würde, bei der aber die Krankenkassen nicht mitspielen: Wer in Nürnberg mit seiner höheren Versorgungsstufe operiert wurde, könnte zur Nachbehandlung auch in ein Krankenhaus im Nürnberger Land verlegt werden. Weil diese aber eine niedrigere Versorgungsstufe aufweisen, lehnen die Kassen dies mit dem Hinweis ab, dann solle man den Patienten lieber gleich nach Hause schicken.

Unterm Strich wird die Kooperation speziell das Krankenhaus Hersbruck stärken. Wie Dr. Alfred Estelmann als Leiter des Nürnberger Klinikums und Dr. Michael Hitzschke für die Krankenhaus GmbH Nürnberger Land bestätigten, halten sie weiterhin an diesem Krankenhaus-Standort fest. Denn die Zahlen für letztes Jahr lassen erneut eine gesteigerte Auslastung bei Operationen und Bettenbelegung erwarten (Bericht folgt).

Dies sei, so Hitzschke, der guten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, deren Bereitschaftspraxis im Krankenhaus und deren erweiterten Spezialisierung zu verdanken.

Für eine gründlichere Renovierung des Hauses fehlen derzeit allerdings die staatlichen Mittel – oder ein potenter privater Spender.

N-Land Der Bote
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