Kirchensittenbacher Abwassernetz wird untersucht

Kamera im Kanal auf Spurensuche

KIRCHENSITTENBACH – Die Sanierung der Abwasseranlage Sittenbachtal ist dringend erforderlich. Die wasserrechtliche Genehmigung ist bereits abgelaufen. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb in Absprache mit dem beauftragten Ingenieurbüro und dem Wasserwirtschaftsamt einen Zeitplan erstellt, welche Schritte in den kommenden Monaten als erste in Angriff genommen werden sollen.

Der Gemeinderat segnete diesen Plan ab und gab auch gleich grünes Licht, dass zunächst die Kamerabefahrung des 14 Kilometer umfassenden Kanalnetzes erfolgen soll. Eine entsprechende Ausschreibung wird es im Januar 2015 geben. Wie berichtet, ist bereits ein kleiner Teil des Netzes vor zwei Jahren untersucht worden. Die Befahrung der restlichen Strecke soll von Februar bis April über die Bühne gehen. Zeitgleich sollen die bereits bekannten schadhaften Stellen vor allem am Hauptsammler saniert werden. Auch die Pumpwerke werden im Frühjahr analysiert.

Ein Brennpunkt ist der Kanal in der Stöppacher Straße in Kirchensittenbach. „Dieser ist einsturzgefährdet“, wies Bürgermeister Klaus Albrecht auf die brenzlige Situation hin. Gleich im neuen Jahr wird die Sanierung ausgeschrieben. Dort sollen im Frühjahr neue Abwasserrohre im Trennsystem verlegt werden, damit der vorhandene Bach und das Regenwasser nicht weiter in die Kanalisation sondern in den Sittenbach abgeleitet werden können. Der Fremdwasseranteil würde dadurch im Kanalnetz sicherlich verringert werden. Wie hoch dieser danach ist, soll in der Zeit zwischen April und Juli gemessen werden.

Nach diesen ersten Maßnahmen wird der Gemeinderat in der zweiten Jahreshälfte 2015 entscheiden müssen, wie es mit der Kläranlage Sittenbachtal weitergehen soll. Die große Frage lautet Sanierung oder Anschluss an die Kläranlage Hersbruck.

Das Abwasser ist auch ein Teilaspekt hinsichtlich eines Bauantrags für zwei Einfamilienhäuser in der sogenannten „Backgrube“ in Algersdorf. Dort stehen seit Jahrzehnten Wochenendhäuser, die mittlerweile größtenteils ganzjährig bewohnt sind. Die Häuser sind nicht an das bestehende Kanalnetz angeschlossen. Sie werden über Kleinkläranlagen entwässert. Es gibt nur eine schmale private Zufahrt mit einem kleinen Wendehammer zu den Grundstücken. Bereits vor sechs Jahren wollte die Gemeinde die Straße ordentlich erschließen. Sie scheiterte damals allerdings am Willen der Bürger.

Im Gemeinderat gab es deshalb große Bedenken in Anbetracht der nach wie vor fehlenden Erschließung. Albrecht wies auf nicht vorhandene Parkmöglichkeiten und den Feuerschutz hin. Für Rettungsfahrzeuge gebe es keine Wendemöglichkeit. Helmut Knodt (CSU) sprach die fehlende Abwassererschließung an. Das Gremium erteilte dem Antrag aufgrund der momentanen Situation eine Absage. Die endgültige Genehmigung liegt beim Landratsamt. Auch der Kreisbrandrat müsste den Sachverhalt prüfen, ergänzte der Bürgermeister.

Kämmerer Günther Reichel legte die Jahresrechnung 2013 vor. Der Haushaltsplan lag bei 2,646 Millionen Euro im Verwaltungs- und bei 1,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Beim Verwaltungshaushalt gab es in der Jahresrechnung eine Abweichung von 112.000 Euro nach oben. Reichel begründete diese mit Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuerbeteiligung. Dieser Mehrbetrag konnte dem Vermögenshaushalt zugeführt werden, so dass die Zuführung insgesamt bei knapp 490.000 Euro lag. Der Vermögenshaushalt selbst lag 2013 bei 1,72 Millionen Euro. Der Überschuss aus der Jahresrechnung fiel mit rund 885.000 Euro relativ hoch aus. „Einige Baumaßnahmen sind 2013 nicht mehr in Angriff genommen worden“, erklärte der Kämmerer hierzu. Der Gemeinderat beschloss die Entlastung einstimmig.

Der langjährige geschäftsführende Beamte der Gemeinde Kirchensittenbach, Konrad Gundel, wird zum Jahresende in den Ruhestand gehen. Sein Nachfolger wird Andreas Funk. Dieser wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits auch zum Leiter des Standesamtes bestellt.

Das Löschfahrzeug soll mit einer Wärmebildkamera zur Vermisstensuche und zur Aufdeckung von Glutnestern ausgestattet werden. Da diese Ausstattung nach Angaben von Albrecht bald schon zur Pflicht werden könnte und es jetzt noch dafür ein Sonderförderprogramm gebe, plädierte er dafür, die Wehr zu unterstützen. 700 Euro bekommen die Floriansjünger für die rund 5200 Euro kostende Anschaffung aus der Gemeindekasse, 2750 Euro zahlt der Staat und den Rest will der Feuerwehrverein übernehmen.

Staat fördert Dorfstraße

Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse fördert der Freistaat Bayern den Umbau der Einmündung der Staatsstraße in die Dorfstraße in Kirchensittenbach mit 250.000 Euro. Dies teilte Innenminister Joachim Herrmann jetzt auf Nachfrage des heimischen Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel mit. Damit wird die auf 309.000 Euro als zuwendungsfähig festgesetzte Baumaßnahme mit über 80 Prozent staatlich bezuschusst.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer