Entscheid zum Bundesfinale

„Jugend präsentiert“ im Paul-Pfinzing-Gymnasium

Marie Ertel zeigte mit diesem Versuch, wie Töne entstehen. | Foto: A. Pitsch2019/01/IMG_4312.jpeg

HERSBRUCK – Es wurden Pirouetten gedreht, einem Glas Töne entlockt und die Welten der Delfine erkundet – die Bandbreite bei der zweiten Auflage von „Jugend präsentiert“ am Hersbrucker Paul-Pfinzing-Gymnasium war groß. Zwei der Achtklässler dürfen nun sogar zum großen Bundesfinale nach Berlin.

Diesen direkten Weg gibt es aber laut Lehrerin Evi Pürner das letzte Mal: „Das liegt an der gestiegenen Teilnehmerzahl.“ Künftig werden die Schulsieger erst ein Landesfinale meistern müssen. In diese Qualifikationsrunde müssen in diesem Jahr auch Amélie Kolb und Cecilia Schramm.

Mit einem geschickten und humorvollen Anspiel verbanden sie das Drehen von Pirouetten mit Physik. Zu jedem Teilaspekt, warum die Naturwissenschaft mit dieser Tanzkunst zusammenhängt, hatten sie ein Experiment parat. In die lebendige und gut strukturierte Darstellung hatten sich aber einige fachliche Fehler geschlichen. Das verhinderte eine bessere Platzierung der beiden engagierten Achtklässlerinnen.

Denn die Jury hatte per Punkteschema genau zu bewerten, wie es um Sachkenntnis, das „Wie“ der Präsentation und die Ansprache ans Publikum bestellt ist. Keine der Damen konnte jeweils voll punkten, der Ausgang war denkbar knapp.

So lag Marie Ertel nur wenige Zehntel vor dem Ballettduo. Die Jugendliche, die selbst Flügelhorn spielt, nahm sich Zeit für einen sorgfältigen Versuchsaufbau – zwei Gläser waren rasch poliert – und ließ sich auch sonst nicht aus der Ruhe bringen – trotz merklicher Nervosität. Sie stellte die Frage, wie ein Ton in ihrem Instrument entsteht.

Zum Einstieg dienten die beiden mit Wasser gefüllten Gläser, denen sie einen sanften Ton entlockte, als sie mit dem nassen Finger über den Rand glitt. „Die Bewegung erzeugt Schwingungen und damit eine bestimmte Frequenz im Glas.“ Bei der Trompete sei es das Anspannen und Vibrieren der Lippen, das die Luft in Schwingung versetze. Die eingebauten Ventile würden die Tonhöhe steuern, was sie anschaulich mit Hilfe ihres Instruments erklärte.

Akademie in Berlin
Theoretisch war dagegen der Vortrag von Annkathrin Kurz. Nach einem kräftigen Durchschnaufen startete sie – abgesehen von einigen Versprechern – souverän mit Fakten zu Delfin und Echoortung. Durch das Aussenden von Schallwellen erkenne er Lage und Art eines Objekts.

Aber warum stranden die Meeressäuger immer wieder? Unterwasserlärm durch Ölplattformen, Militär oder Schiffe sowie heftige Sonnenaktivitäten, die das Magnetfeld – das nutzen die Tiere als Positionierungssystem – beeinflussen, stören die Delfine. Obwohl der Jury Bildmaterial fehlte und Kurz am Ende etwas weit vom Thema abschweifte, holte sie sich – ebenso wie Ertel – das direkte Ticket zu Finale und Präsentationsakademie in Berlin. Und da lernen die Mädchen sicher, wie sie ihre kleinen Schwächen ausbügeln können für den perfekten Vortrag.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch