Haushalt der Stadt für 2016

Hersbrucks Schuldenberg wird kleiner

Die Stadträte des Hauptverwaltungsausschusses berieten über zwei Stunden Hersbrucks Etat. Foto: J. Ruppert2016/02/P1090950.jpg

HERSBRUCK  – Von einem Silberstreif am Horizont mochte Kämmerer Hubert Seidler zwar nicht sprechen. Aber immerhin: Der Haushalt der Stadt Hersbruck für 2016 kommt ohne neue Kredite aus und der Schuldenberg sinkt unter die Marke von 20 Millionen Euro. Bürgermeister Robert Ilg dankte den Stadträten, dass der Sparwille umgesetzt worden ist.

Dank einiger Weichenstellungen wie der Anhebung der Gewerbe- und Grundsteuern, einer Klausurtagung und den Beratungen in den Fraktionen brauchte der Hauptverwaltungsausschuss des Stadtrates dem Zahlenwerk nur mehr den letzten Schliff geben. Hubert Seidler skizzierte einige Eckpunkte des Haushalts. Die Einnahmen und Ausgaben belaufen sich auf jeweils 31 765 000 Euro.

Der größte Posten auf der Habenseite sind die Steuern mit rund 14,5 Millionen Euro. Allerdings liegt die Steuerkraft Hersbrucks bei etwa 930 Euro pro Einwohner und so klar unter dem Landesdurchschnitt vergleichbar großer Gemeinden (1250 Euro).
Im laufenden Etat sind 3,6 Millionen Euro an Investitionen geplant. Darunter fallen Kleinposten wie zum Beispiel der Umbau des Eingangsbereiches zur Scheune im Hirtenmuseum (25 000 Euro) ebenso wie höhere Summen für die Planung der Ritter-von-Schramm-Straße zum dortigen Gewerbegebiet (78 000 Euro), Maßnahmen an der Kläranlage (330 000 Euro) und Grundstückskäufe am Schickedanzareal (829 000 Euro).

Aus der Veräußerung von Grundvermögen (ehemaliger Kindergarten Sandgasse und Lohweg/Poststraße) rechnet der Kämmerer mit einem Plus von fast 1,15 Millionen Euro. Bekanntlich schiebt Hersbruck seit dem Bau der Therme einen Schuldenberg vor sich her. Nun werden 1,4 Millionen Euro an Verbindlichkeiten getilgt. Der Schuldenstand sinkt dadurch auf 19,2 Millionen Euro. Allerdings ist dies wohl ein einmaliges Ereignis. Vor allem der Neubau der Kuhpegnitzbrücke schwebt wie ein Damoklesschwert über den künftigen Haushalten. Hubert Seidler befürchtet, dass die Stadt schon 2017 neue Darlehen aufnehmen muss. Außerdem schmelzen die Rücklagen, und zwar heuer um 750 000 Euro auf 1,24 Millionen Euro.

Bei der Besprechung der Einzelposten im Etat sagte Robert Ilg auf Nachfrage von Dorothea Müller Philipps Sohn, dass die Grundschule ab März einen Jugendsozialarbeiter bekommt. Die Diskussion über die niedrigen Eintrittspreise für die Gitarrenkonzerte beendete zweiter Bürgermeister Peter Uschalt mit einer Warnung. Angesichts der hohen überregionalen Bedeutung des Festivals mit entsprechender Werbung für Hersbruck sei das Defizit von etwa 15 000 Euro gering.

Guido Schmidt regte an, „Bierpfennig und Platzmiete“ für die Vergabe des Plärrers an den Sommerfest-Betreiber zu überprüfen. Der Betrag ist seit Jahren gleich. „Gefühlt kommen weniger Leute und die Veranstaltung ist zu wichtig, als dass wir die Zusammenarbeit mit dem Festwirt gefährden möchten“, gab Robert Ilg einer Erhöhung des Betrages kaum Chancen. Jürgen Amann fragte, wie die Sanierung der Stadtmauer am Schloss vorangeht.

Stephan Krimm erkundigte sich nach dem von allen Fraktionen gewünschten Jugendcafé, während Peter Matzner mehr über die Turmuhren wissen wollte.
Angelika Pflaum und Götz Reichel sprachen sich wie alle anderen für eine neue Beleuchtung im Hirtenmuseum aus – vorausgesetzt, die Maßnahme wird zu 80 Prozent gefördert. Einigkeit bestand, die knarrenden Fußböden in dem Haus vorerst einmal weiter knarren zu lassen.

Aufgrund der Anmeldezahlen braucht Hersbruck bis zu 17 neue Krippenplätze, gab der Bürgermeister bekannt. „Eine erfreuliche Entwicklung, aber die Stadt muss handeln“, sagte Robert Ilg.

Der Hauptverwaltungsausschuss verabschiedete den Etatentwurf von Kämmerer Hubert Seidler einstimmig. Das letzte Wort hat nun der Gesamtstadtrat in seiner nächsten Sitzung am 3. März.

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