Spendenaktion

Hersbruckerin will Kindern in Afrika helfen

Helena Brüser (hinten, Dritte v. rechts) arbeitet im Diani Elite Education Center. | Foto: privat2020/01/img-8395.jpg

HERSBRUCK/KENIA – 2019 hat Helena Brüser am Hersbrucker PPG ihr Abi gemacht. Jetzt lebt sie für drei Monate in Kenia und arbeitet dort in einem Freiwilligenprojekt. Mit einer Spendenaktion will sie Geld für die dortige Schule sammeln. In ihrem Artikel erzählt sie warum.

Vor zwei Monaten bin ich in Mombasa, einer Stadt im Süden von Kenia, angekommen. Weil mein Flugzeug mitten in der Nacht gelandet ist, dachte ich, dass eine lange Hose und Pulli die richtige Wahl seien. Falsch gedacht. Willkommen in den Subtropen. Einem kenianischen Sprichwort zufolge ist das beste Mittel gegen die Hitze Chai Tee. Es hat etwas gedauert, bis ich mich daran gewohnt habe, den Tee bei 37 Grad zu trinken. Aber jetzt trinke ich ihn täglich, weil er so lecker schmeckt.

Schnelle Entscheidung

Schon im Mai 2019, während meiner Vorbereitung aufs Abi, habe ich mich über Freiwilligenprojekte informiert. Dabei bin ich auf die Organisation Mylabadi gestoßen. Sie bieten Praktika in Schulen, Kindergärten und Waisenhäusern in Afrika, Asien und Südamerika an. Da war mir klar: Ich gehe für drei Monate nach Kenia.

Jetzt wohne ich bei meiner Gastfamilie in Ukunda, einer kleinen Stadt an der Küste, eine Stunde südlich von Mombasa. In den ersten Wochen arbeitete ich im Kinderheim „Born again“. Dort leben rund 50 Kinder von zwei bis 18 Jahren. Wenn die Kinder mich morgens kommen sahen, rannten sie mit ausgestreckten Armen auf mich zu und riefen: „Mambo Helena“. Die Kinder beginnen ihren Tag mit einem Gottesdienst. Dabei ist mir das erste Mal aufgefallen, wie wichtig der Glaube hier für die Menschen ist.

Einmal hat mich meine Gastmutter Prisca sonntags mit in die Kirche genommen. Der Altar ähnelte einer Bühne. Es wird gesungen und getanzt. Anschließend geht der Gesang in ein Stimmengewirr aus Fürbitten und Danksagungen über. Ob man dies sitzend, stehend, herumlaufend oder mit erhobenen Händen tun möchte, ist jedem selbst überlassen.

Nach dem Gottesdienst gehen die Kinder im Kinderheim ihren täglichen Aufgaben wie Wäsche waschen, putzen, Bohnen auslesen oder kochen nach. So gut ich konnte, habe ich ihnen dabei geholfen. Oder mich mit ihnen unterhalten und mit ihnen gespielt. Mich hat es beeindruckt, wie hilfsbereit und respektvoll die Kinder miteinander umgehen. Ich habe mich von Anfang an willkommen gefühlt.

Das war nicht das einzige Mal, dass ich diese Gastfreundschaft erleben durfte. Prisca hat mich auch zu einem Familientreffen mitgenommen. Nach 14 Stunden Busfahrt sind wir in einem Dorf westlich von Nairobi angekommen.

Gemeinsam haben wir traditionelles Essen wie Githeri (Bohnen mit Mais) und Chapati (eine Art Pfannkuchen) zubereitet. Obwohl sie nur das Nötigste besitzen und sich mit dem Anbau von Obst und Gemüse selber versorgen, wirkte die Familie zufriedener und dankbarer, als wir es trotz Luxus sind.

Besonders aber leiden die Kinder unter dieser Armut. Sie müssen Geld für die Familie beschaffen. Am Strand sehe ich oft welche, die vor Touristen-Restaurants Kunststücke aufführen oder selbst gemachten Schmuck verkaufen. Die Eltern können es sich nicht leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Sie haben keine Chance, sich zu bilden, um der Armut zu entkommen. Mit meiner freiwilligen Arbeit kann ich nur begrenzt helfen. Darum habe ich zusammen mit Mona Heim (sie macht auch ein Praktikum) eine Spendenkampagne gestartet.

Geld für Hefte

Wir möchten die Schule Diani Elite Education Center unterstützen. Seit Januar arbeiten wir hier. Wir gestalten den Unterricht mit und helfen den Kindern bei den Aufgaben. Nach dem Mittagessen, das meist aus Reis und Bohnen besteht, machen die jüngeren Schüler einen Mittagsschlaf. Weil sich die Schule keine Matratzen leisten kann, ruhen sie auf dem Boden oder im Sitzen. Das Essen nehmen die Kinder mit ihren Fingern zu sich. Es gibt kein Besteck. Auch Unterrichtsmaterialien wie Stifte, Hefte, Kreiden, eine Tafel und Tische fehlen. Viele Kinder tragen zerrissene Schuluniformen. Zudem müssten die Toiletten dringend renoviert werden. Mit den Spenden möchten wir hier helfen.

Wer spenden will, kann dies auf www.betterplace.me tun. Die Kampagne lautet „Kindern in Kenia Bildung ermöglichen“.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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