Bauausschuss Hersbruck

Hersbrucker Rathaus wird 2019 eingerüstet

Das Hersbrucker Rathaus wird 2019 eingerüstet, erhält einen Anstrich und die Turmuhr wird gerichtet. | Foto: J. Ruppert2018/10/BA.jpg

HERSBRUCK (jr) – Die Turmuhr im Rathaus hat heuer des Öfteren sehr willkürlich geschlagen. Der Defekt machte dem Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates eine Entscheidung leichter. Im kommenden Jahr wird wegen des erforderlichen Gerüstes neben dem Glockenwerk auch gleich die Fassade saniert. Weitere Punkte in der Sitzung waren ein Gebetsraum für die Ditib-Gemeinde, ein Anbau an das Heizwerk in der Amberger Straße und etwaige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Rostende Zifferblätter und damit verbundene Spuren an den Wänden hatten eine Diskussion ausgelöst, die Spitze des Rathausturmes, größere Teile oder die gesamte Fassade des Verwaltungssitzes neu anzustreichen. Nachdem die Haushaltslage nicht allzu rosig ist, wollten die Verantwortlichen um Bürgermeister Robert Ilg die Ausgaben möglichst gering halten. Die Hitze im Sommer hat aber Hölzer im Turmuhrenbereich verzogen und die Aufhängung der Glocken verschoben. Eine Reparatur ist nur von außen über ein Gerüst möglich.

Deshalb ist es sinnvoll, die sowieso schon fällige Rundumerneuerung anzugehen, nicht zuletzt damit das Erscheinungsbild des Postkartenmotivs einheitlich bleibt. Die Gesamtkosten für Fassadensanierung, Zifferblatt und Neuausrichtung der Glockenhölzer schätzt Stadtbaumeister Lothar Grimm auf 55 000 Euro. Da die Fachfirmen derzeit ausgelastet sind, erfolgen die Arbeiten im Jahr 2019.

Die Türkisch Islamische Union Hersbruck – besser bekannt unter der Bezeichnung Ditib – sucht eine neue Versammlungsstätte. Jetzige Heimat sind Räumlichkeiten gleich beim Wassertor, wobei wegen der ungünstigen Lage inmitten eines Wohngebietes seit langem nach Alternativen Ausschau gehalten wird. Möglicherweise kommt eine ehemalige Schreinerei am Nordeingang zum Großparkplatz Plärrer in Frage. Ditib möchte dort durch eine Nutzungsänderung, Umbauten und einen fast 110 Quadratmeter großen Anbau einen Gebetsraum für rund 90 Personen errichten. Unabhängig vom Bauantrag sind noch Grundstücksfragen zu klären. Die Hochwassergefahr wurde vorab mit dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg besprochen, sagte Robert Ilg.

Norbert Thiel nannte das Vorhaben „an der Stelle aus städtebaulichen Gründen falsch“. Er sieht Konflikte, zum Beispiel bei Großveranstaltungen auf dem Plärrer. Mit ihm votierten seine beiden CSU-Kollegen Franz Benaburger und Wolfgang Geiger und auch SPD-Stadtrat Gerhard Kratzer gegen das Projekt. Mit den Stimmen von Robert Ilg, Dr. Ulrike Eyrich, Irmgard Raum, Iris Plattmeier und Volker Hegel erhielt der Antrag dennoch eine 5:4-Mehrheit.

Idee für Stromgewinnung
Das Hackschnitzelheizwerk in der Amberger Straße, das die Fackelmann Therme, das Finanzamt, das Gymnasium, die Psorisol-Klinik und etliche private Haushalte mit Wärme versorgt, produziert auch Strom. Die innovative Lösung funktioniert allerdings nicht. „Die Verstromung über Hackschnitzel steht still“, sagte Bürgermeister Robert Ilg sehr zum Bedauern der anwesenden Stadträte. Der Heizwerk-Betreiber möchte deshalb bei der Elektrizitätsgewinnung auf Holzvergasung umstellen.

Für dieses Konzept sind ein überschaubar großer Anbau im Osten des Bestandsgebäudes und zwei über zehn Meter hohe Silos auf der Nordseite für Pellets notwendig. „Ein guter Lösungsansatz“, sagte Norbert Thiel. Die Silos, die das Heizwerk um gut zwei Meter überragen, sollten aber grau oder beige abgetönt und mit Großbäumen eingegrünt werden. Irmgard Raum unterstützte den Vorschlag („attraktiver als Bretterwand“). „Eine Einhausung geht aus Brandschutzgründen nicht“, sagte Robert Ilg.

Am nördlichen Beginn der Ostbahnstraße möchte ein Investor einen gemischt genutzten Gebäudekomplex zu einem Wohnhaus mit zehn Einheiten samt Laden umbauen. Dies fand einstimmig den Beifall der Ausschussmitglieder, denn laut Bürgermeister benötigt Hersbruck bezahlbaren Wohnraum. In Kühnhofen wurde eine Nachverdichtung mit zwei Einfamilienhäusern auf den Weg gebracht.

Ohne Aussprache gab es das Okay für mehrere andere Vorhaben. Dazu gehören Werbeplakate an den Gebäuden des Unternehmens Creation Gross, die Nutzungsänderung eines Yoga- und Pilatesstudios in einen Friseursalon in der Nürnberger Straße, drei Reihenhäuser in Ellenbach, ein Lagerplatz für Erdaushub und die Nutzungsänderung eines Wohnhauses zu einem Gästehaus beziehungsweise für Ferienwohnungen im Kasernweg.

Lothar Grimm informierte den Ausschuss über Änderungen in der Bayerischen Bauordnung, beispielsweise bei Stellplatzablöse, Prüfung der Abstandsflächen von Amts wegen und die Aufnahme der Begrünung von Dächern in Gestaltungssatzungen. In bestimmten Bereichen muss Hersbruck bei Bauvorhaben eine „Kampfmittelvorerkundung“ durchführen. Es besteht ein Restrisiko vor allem in Hinsicht auf Kleinmunition (Flak, Panzer, Flugzeugbordwaffen), da die Stadt in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs Ziel von 22 Luftangriffen war.

Auch Ellenbach, Kühnhofen, Weiher und Großviehberg werden bald über schnelles Internet verfügen. Die Telekom wird im kommenden Jahr die Ortsteile anschließen. Die dann bis zu 30 Megabit pro Sekunde in jedem Anwesen sind nur der erste dringendste Schritt, sagte Robert Ilg. Für die Zukunft möchte er einen Masterplan erarbeiten, um in Sachen schnelles Internet weitere Verbesserungen zu erzielen.

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