BRK Bevölkerung- und Katastrophenschutz

Hersbrucker Gerätehalle ist marode

Dicht an dicht stehen die Einsatzfahrzeuge in der Halle. | Foto: M. Wildner2018/04/BRK.jpg

HERSBRUCK – Zerbrochene Fenster, marode Balken, weder Wasser noch Heizung — die Halle für die Bevölkerungs- und Katastrophenschutzabteilung des Roten Kreuzes in Hersbruck ist in einem desolaten Zustand und zudem viel zu eng. Was ursprünglich als Übergangslösung galt, ist seit rund sieben Jahren die einzige Alternative. Ein Neubau ist für die Ehrenamtlichen nicht finanzierbar. Jetzt macht eine leer stehende Halle in der Houbirgstraße Hoffnung.

„Es gibt keine Toiletten, keine Duschen, keine Heizung. Frauen und Männer ziehen sich im selben Raum um. Zusammenkünfte gibt es deshalb auch nicht“, fasst Wolfgang Fürst das Dilemma zusammen. Dem Katastrophenschutzbeauftragten des BRK ist die Sorge anzumerken: Das alte Backsteinhaus in der Ritter-von-Schramm-Straße hat mit einer adäquaten Unterbringung nicht viel zu tun.

Nicht nur die Baufälligkeit des Gebäudes ist ein Problem: Nur wenige Einsatzfahrzeuge finden dort Platz, viele stehen im Freien. Wegen der Enge in der Halle geht bei einer Alarmierung unnötig Zeit verloren. Damit beispielsweise der Lkw heraus gefahren werden kann, müssen zunächst ein Rettungswagen und ein Anhänger aus dem Weg manövriert werden. „Das alles macht es nicht einfach, neue Mitglieder zu finden“, erklärt Fürst. Motivieren ließe sich damit nicht wirklich. Markus Deyhle, Kreisgeschäftsführer der BRK, sagt deutlich: „Arzneimittel, Hygiene, Rettungswege — wir verstoßen hier gegen etliche Vorschriften.“

Hinzu kommt, dass an die ehrenamtlichen Einheiten immer mehr Anforderungen gestellt werden. So müssen sie beispielsweise bei Großveranstaltungen einen Notfallsanitäter stellen und die Fahrzeuge eine größere medizinische Ausstattung vorweisen. Die Einsatzzahlen steigen, weil die Leitstelle allgemein vorsichtiger werde. Und auch die bevorstehende Krankenhausschließung in Hersbruck fällt auf die Helfer zurück, weil die hauptamtlichen Einsatzkräfte weitere Wege fahren müssen und dadurch länger im Einsatz sind.

Dabei spielen die ehrenamtlichen Helfer des BRK, zu denen auch Wasserwacht und Bergwacht zählen, eine wichtige Rolle im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz: Sie unterstützen den Rettungsdienst beispielsweise bei großen Unfällen mit mehreren Verletzten, leisten Erste Hilfe, sind bei zum Beispiel bei Großbränden oder Evakuierungen vor Ort und versorgen die Menschen mit Medikamenten, Decken, Essen und Getränken.

Insgesamt fünf Schnelleinsatzgruppen gibt es im Landkreis, in Hersbruck sitzt die größte mit zirka 30 aktiven Helfern. Allerdings beschränken sich diese nicht auf ihren 
jeweiligen Standort, sondern sind im ganzen Nürnberger Land unterwegs. Eines der größten Probleme ist wie bei vielen ehrenamtlichen Verbänden die Finanzierung. Die Fahrzeuge bekommen die Kräfte zwar vom Land gestellt, für die Unterhaltskosten allerdings muss der Kreisverband selbst aufkommen. Hinzu kommen unter anderem Kosten für medizinische Produkte und die Miete für die Halle. Ausgaben, die der Kreisverband hauptsächlich durch Fördermitgliedsbeiträge finanziert.

Ihre ganze Hoffnung setzen die Mitglieder deshalb auf eine Fläche in der Houbirgstraße, die aktuell zum Verkauf steht und früher von der Baywa genutzt wurde. Dort steht eine zirka 900 Quadratmeter große Blechhalle sowie eine Tankstelle, die von der Baywa gepachtet werden soll. „Der Platz und die Halle wären optimal für uns“, so Deyhle. Mit 570 000 Euro wäre die Fläche auch finanziell realisierbar. Im Laufe der Jahre könnte noch ein Sozialtrakt angebaut und Sanierungen vorgenommen werden. „Wir rechnen mit Gesamtkosten von zirka einer Million Euro“, verrät der Geschäftsführer.

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