Stadtetat bei 37 Millionen Euro

Hersbruck verdoppelt Investitionen

Das Tortendiagramm zeigt, wie sich Hersbrucks Steuereinnahmen 2018 laut den Prognosen der Schätzer verteilen. | Foto: J. Ruppert2018/02/8778151.jpeg

HERSBRUCK – Ob Geld für das Zifferblatt des Rathausturms, Schlüsselzuweisungen, neue Hundetoiletten, Markenbildung, Bautätigkeiten oder Bildung von Sonderrücklagen: In einer Marathonsitzung hat der für die Finanzen zuständige Hauptverwaltungsausschuss des Hersbrucker Stadtrates den 2018er-Etat genehmigt. Einnahmen und Ausgaben betragen über 37 Millionen Euro.

Kämmerer Hubert Seidler begründete die Steigerung beim Plus und Minus um über vier Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr: bessere Steuereinnahmen und eine Verdoppelung der Investitionen von 3,6 auf rund 7,3 Millionen Euro. Zu den Maßnahmen, die heuer verwirklicht werden sollen, zählen der Austausch der Kuhpegnitzbrücke, die Sanierung beziehungsweise Erweiterung des evangelischen Kindergartens am Emil-Held-Haus, Anschaffung eines Feuerwehrautos, Ausbau der Max-Reger-Straße, Kanalisationsarbeiten, schnelles Internet und mehr.

Bürgermeister Robert Ilg bedauerte, dass wegen der hohen Belastungen wie der Kuhpegnitzbrücke neue Kredite in Höhe von etwa 800.000 Euro nötig sind. Allerdings zahlt Hersbruck heuer über 1,4 Millionen Euro an alten Darlehen zurück. Der Schuldenberg sinkt also erneut und trotzdem werde die Stadt weiterentwickelt.
2017 hatte der Freistaat 800.000 Euro an Stabilisierungshilfe in Aussicht gestellt. Um diese Summe tatsächlich überwiesen zu bekommen, muss Hersbruck nochmals Einsparungen vorweisen. Bis Ende April sollen Lösungen gefunden werden.

Studenten einbeziehen

Im Hauptverwaltungsausschuss herrschte Einigkeit über die größeren Posten. Diskussionen gab es um 20.000 Euro, die der Bürgermeister beantragt hatte, um von Fachleuten zu hören, wie die „Marke Hersbruck“ besser präsentiert werden kann. Zweiter Bürgermeister Peter Uschalt beantragte einen Sperrvermerk, um erst einmal alternative Möglichkeiten abzuklopfen, wie etwa die Einbeziehung von Studenten (im Rahmen einer Masterarbeit), was dann mehrheitlich beschlossen wurde.

Nachfragen gab es beim Punkt „Ersatzbeschaffung Hundetoiletten“. Stadtbaumeister Lothar Grimm sagte, dass in Hersbruck etwa 20 dieser Beutelstationen stehen und mit 3500 Euro eine Vereinheitlichung angestrebt werde. An sich hatte die Stadt die Lampen in der Nürnberger Straße austauschen wollen. Wegen der rechtlichen Unsicherheit in Sachen Anliegerbeiträge stellten die Stadträte diese Maßnahme zurück.

Wer vom Oberen Markt auf die Rathausturmuhr hochblickt, sieht Rostspuren die Wand herunterlaufen. Die Zifferblätter werden saniert und der Bereich über dem Turmumgang frisch gestrichen, was zusammen 15.000 Euro kostet. Für weitere 30.000 Euro könne man den ganzen Turm anmalen lassen und so optisch aufbessern, was Peter Uschalt befürwortete. Guido Schmidt wandte ein, dass der farbliche Übergang zur Gesamtfassade des Rathauses dann nicht passe. Lothar Grimm holt Angebote zu verschiedenen Varianten ein, dann kommt der Punkt erneut auf die Tagesordnung.

Keine Expertentipps für Radverkehrsnetz

Der Bau des nächsten Standorts der generationenübergreifenden Spielgeräte „Alt und Jung in Schwung“ im Rosengarten mit einem Klangstein wurde in die Zukunft verschoben. Ausführlich sprachen die Stadträte darüber, ob sie von Experten einfache Verbesserungstipps zum innerörtlichen Radverkehrsnetz einholen sollen. „Vor Jahren gab es schon ein Konzept. Was wurde davon umgesetzt?“, wollte Volker Hegel wissen. Lothar Grimm antwortete, dass für größere Maßnahmen das Geld gefehlt habe und nur zum Beispiel farbliche Markierungen kamen. Mit 5:4 stimmte der Ausschuss gegen die Ausgabe.

Eine Arbeitsgruppe hatte sich in einer Klausurtagung schon vorher mit dem Haushaltsentwurf befasst. Außerdem besuchte Hubert Seidler die Fraktionssitzungen zu dem Thema. Sein fast 240 Seiten umfassendes Werk mit weiteren 19 Anlagen und Erläuterungen wurde einstimmig befürwortet. Der Gesamtstadtrat will den Etat nach Stellungnahmen von Bürgermeister Robert Ilg und der vier Fraktionssprecher am 20. Februar verabschieden.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert