Präsentation zur technischen Unfallhilfe

Hersbruck: So rettet die Wehr

Um das Dach des Lexus anzuheben, waren technische Hilfsmittel und Manpower nötig. Foto: A. Pitsch2016/06/Die-Feuerwehr-Storkow-im-Einsatz.jpg

HERSBRUCK – „Oh, das schöne Auto!“ Das mag sich manch einer beim Anblick des Mercedes GLE gedacht haben, als das Technical-Rescue-Team der Feuerwehr Storkow aus der Nähe von Berlin am Hersbrucker Plärrer Hand an diesem Nullserienfahrzeug der Luxusklasse anlegte. Rund 100 000 Euro verarbeiteten die Herren zu Schrott, um im Rahmen des Workshops über technische Hilfeleistung die Rettung aus hochmodernen Wagen zu demonstrieren.

Obwohl die Vorführung in erster Linie für die Teilnehmer des Unterrichts im Rahmen des Festwochenendes (Bericht folgt) gedacht war, säumten Jung und Alt die Absperrung rund um die beiden Autos. Auch die Logenplätze auf der Lossiemouthbrücke waren rasch besetzt. Während sich die Floriansjünger aus Storkow, die im Bereich der technischen Unfallrettung bereits mehrfach erfolgreich an internationalen Meisterschaften teilgenommen haben, auf die beiden Einsätze am Neuwagen und am auf der A9 verunfallten Hybrid-Lexus vorbereiteten, durften die Workshop-Teilnehmer den GLE unter die Lupe nehmen. Ziel war es, Problemstellen und Schwierigkeiten zu erkennen. Da drängten sich die Männer und Frauen um und in die Luxuskarosse, fotografierten eifrig. Ein Highlight.

Und dann ging es los: In wenigen Minuten erkundete das Storkower Team nach den Anweisungen des Captains den GLE und schaffte über das Zersplittern der Heckscheibe einen Erstzugang. Jeder Handgriff, den Workshop-Organisator Christian Puppa fürs Publikum erklärte, saß perfekt. „Das ist ein sehr komplexer Vorgang“, für den nur wenig Zeit ist, erläuterte er. Und schon tauchten beim massiven Fahrzeug Herausforderungen auf, wie Sicherheitsglas oder eine störrische B-Säule, bei der es mehrere Geräte und viel Zeit brauchte, bis sie brach. Einige Zuschauer verkannten den Sinn der Präsentation, nämlich die Unfallrettung: „Wir hatten mehr Action erwartet.“

Als die die große Seitenöffnung geschafft war, wurden sie mit Applaus der Kollegen belohnt. Doch ihre Arbeit war noch nicht getan: Für die Rettung eines Hersbrucker Kameraden aus dem demolierten Lexus, der im nachgestellten Szenario frontal mit dem Mercedes kollidiert war und von diesem überrollt wurde, hatten sie 20 Minuten Zeit. Schere, Keile, Ratsche und Muskelkraft führten sie schließlich zum Verletzten, der über das abgeschnittene Dach sicher geborgen wurde.

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