3. Haderich Open-Air

Hersbruck im Rock-Fieber

„A saving Whisper“ beeindruckte mit melodischem Hardcore – und Bühnenerfahrung. | Foto: A. Meyer2019/05/A-saving-Whisper.jpg

HERSBRUCK – Hersbrucks hausgemachtes Open Air – das Haderich – jährte sich zum dritten Mal. Die Rockfans trotzten der Kälte und feierten ausgelassen.

Das Juz-Gelände in der Happurger Straße diente wieder als Konzert-Schauplatz. Trotz Kälte trauten sich zum Einlass um 16 Uhr bereits einige Fans aufs Areal. Neben Bier und Burger gab es einen Merchandise-Stand, an dem man sich die Zeit vertreiben konnte, bis eine Stunde später die erste Band auftrat.

Die Truppe „Extinction of Silence” aus Heidenheim stimmte mit Metalcore die Zuhörer auf das folgende Programm ein. Einige Fans begannen bereits, begleitet von der auffälligen, röhrenden Stimme des Sängers, vor der Bühne zu tanzen. Das Publikum zeigte sich entspannt und offen für die Musikrichtungen, die kommen sollten.

Soul, Pop und Rock vereint

„High Hedgepig“ trat als starkes Gegenstück zur Vorband auf. Ihre Lieder vereinten Soul, Pop und Rock und versprühten eine lockere Wohnzimmeratmosphäre. Die zusammengewürfelte Gruppe aus Nürnberg animierte die Zuschauer zum Mitsingen und -klatschen. Die fünf Jahre alte Band stimmte gegen Ende noch ihre „Hymne” an, die mit ihrem Sound an Reggae erinnerte.

Die diesjährigen Frischlinge des Open-Airs waren „Cliff Walker” aus Nürnberg. Das Haderich stellte sozusagen ihr Bühnen-Debüt dar. Sehr nervös, aber perfekt vorbereitet boten sie dem Publikum eine lebendige Bühnenshow mit engagierten Tanzeinlagen. Ihre Melodic-Hardcore-Songs hatten Tiefgang – so thematisierten sie beispielsweise Selbstmord oder Tod.

Düstere Texte

„Kind kaputt” rutschten mehr oder weniger durch einen Zufall ins Line-up des Haderichs. Da die vorgesehene Band wegen Krankheit ausfiel, sprangen die Jungs mit ihrem Post-Hardcore und Alternative ein. Mit melancholisch-lautem Sound, größtenteils auf Deutsch, zogen die Künstler die Gäste in ihren Bann. Die düsteren gesellschaftskritischen Texte, wie „Das ist die Stimme deiner Eltern” kamen gut an und animierte zum Tanzen. Gegen 20 Uhr füllte sich das Gelände zunehmend, in Erwartung auf die Headliner.

Headbanging-Potenzial bot der darauffolgende Act – „A saving Whisper”, Melodic-Hardcore aus Nürnberg. Die fünfköpfige Truppe beeindruckte mit ihrer zehnjährigen Bühnenerfahrung, die man sehen und fühlen konnte. Ganz in ihrem Element zeigten sie vollen Körpereinsatz auf und vor der Bühne und übertrugen ihren kraftvollen Sound aufs Publikum.

Die Lokalmatadoren – die Blockheads – animierten mit Alternativ-Rock ihre Fans zum Klatschen und Feiern. Foto: A. Meyer2019/05/Blockheads1.jpg

Der erste Headliner des Abends trat gegen 22 Uhr auf – die Quasi-Hausband „Blockheads”. Die Alternative-Rocker aus der Nähe von Hersbruck verfehlten ihre Wirkung wie immer nicht – mit eigenen Stücken und bekannten Coversongs wie „Chop Suey!” von System of a Down begeisterten sie ihre treuen Fans. Inzwischen hatte sich auch der Platz vor der Bühne sehr gut mit tanzendem Publikum gefüllt, die bei ruhigeren Songs auch mal das Feuerzeug herausholten.

Vollgas mit Gipsbein

„John Wolfhooker” aus Prag rundeten mit ihrem Alternative-Rock das Haderich Open Air perfekt ab. Selbst das gebrochene Bein des Gitarristen hinderte die Jungs nicht daran, Vollgas zu geben und mit ihrem abwechslungsreichen Rock-Sound die Gäste mitzureißen. Passend zum Ende der Veranstaltung und keine Minute zu früh fing es dann doch leicht zu regnen an.

Axel Schuhmann, einer der Veranstalter, moderierte durch den Tag und kündigte die einzelnen Acts begeistert an. Mit „seinem” Open-Air war er im Großen und Ganzen, besonders mit dem reibungslosen Ablauf und dem Aufgebot der Bands, sehr zufrieden. Wegen des kalten, windigen Wetters war die Besucherzahl nicht ganz so hoch wie erwartet, besonders im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Allerdings tat das der Stimmung keinerlei Abbruch.
Amelie Meyer

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung