Glück im Unglück für Äthiopierin

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HERSBRUCK – Besonders hilfsbereit zeigt sich die Hersbrucker PsoriSol: Die Fachklinik für Dermatologie und Allergologie behandelt auf eigene Kosten eine junge Studentin aus Äthiopien. Die 23-jährige Hermela Mengistu leidet an einer seltenen blasenbildenden Hauterkrankung, die genetisch bedingt ist.

Bereits vor elf Jahren versorgten Prof. Dr. Ulrich Amon, ärztlicher Direktor und Chefarzt der PsoriSol, und seine Mitarbeiter die Äthiopierin auf Kosten der Hautklinik. Die seltene Krankheit führt zu Blasen, besonders an mechanisch belasteten Stellen wie Händen, Füßen und Zunge. Die 23-Jährige hat seit ihrer Kindheit mit den Folgen der genetischen Erkrankung zu kämpfen: „Wenn ich meine Armbanduhr zu eng schnalle, länger mit einem Stift schreibe oder neue Schuhe trage, bilden sich schmerzhafte Blasen auf meiner Haut“, sagt Hermela Mengistu.

Den Stein ins Rollen gebracht hat vor elf Jahren ein befreundeter Arzt der Familie in Äthiopien. Über eine christliche Hilfsorganisation entstand dann der Kontakt zu Prof. Dr. Amon. „Die Ärzte, bei denen ich in Äthiopien war, haben mir immer gesagt, dass die Beschwerden mit steigendem Alter besser werden. Das war aber nicht der Fall“, erzählt die 23-Jährige.

„Wir beschäftigen uns nun hauptsächlich mit der Wundbehandlung der Blasen und versuchen, Infektionen an den offenen Stellen zu verhindern“, erklärt die behandelnde Ärztin Dr. Amélie Roth. Daneben soll Hermela empfindliche Körperregionen nicht zu stark mechanisch belasten. Die therapeutischen Möglichkeiten sind sehr begrenzt, da die schmerzhafte genetische Hauterkrankung nicht heilbar ist und es keine Medikamente gibt. „Wir können aber die Lebensqualität der Patientin verbessern“, ist Dr. Roth optimistisch.

Die Intensität der Beschwerden ist auch von psychischen Einflussfaktoren wie Stress abhängig. Den hat die 23-Jährige des öfteren wegen ihres Studiums, konnte aber erst jetzt in den Semesterferien zur Behandlung nach Hersbruck kommen. Insgesamt bleibt die Studentin für zwei Wochen in der Klinik. „Auch wenn wir nicht sicher sagen können, ob sie noch einmal kommen muss, hatte Hermela Glück im Unglück“, meint Dr. Roth, „ihre Situation hat sich insgesamt deutlich zum Positiven verändert.“ „Mir geht es jetzt viel besser“, ist Hermela erleichtert und freut sich, bald wieder in ihre Heimat Äthiopien zurückzukehren, um ihr Studium fortzusetzen.

Melanie Strauß

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