Gesundheitsregion sucht Manager

HERSBRUCK (gz) – Zurückhaltend nahmen die Bürgermeister des Altlandkreises die Idee der CSU Hersbruck auf, einen Tourismusmanager für die ganze Gesundheitsregion einzusetzen. Als Fraktionssprecher Peter Matzner die jährlichen Kosten pro Gemeinde benannte, senkten sie innerlich die Daumen. Aber vielleicht ist die Idee Anstoß dazu, auf Landkreisebene die Tourismusförderung neu anzustoßen.

Die Idee für den Manager der Gesundheitsregion hatte die CSU Hersbruck schon vor einem Jahr. Jetzt war endlich Gelegenheit, sie im Rahmen der Kommunalen Allianz in Reichenschwand den Bürgermeistern und aktiven Gruppen der ganzen Gesundheitsregion vorzustellen. In professioneller Power-Point-Präsentation, unterfüttert mit eigenen Ausflugsfotos, listete der Rechtsanwalt nochmals die Argumente für ein Miteinander bei der Vermarktung des Altlandkreises auf:

• eine gemeinsame Marke für Urlauber und für die Region statt der Vielfalt von Frankenpfalz und Frankenalb über Cittaslow, Therme, Wengleinpark bis zu Metropolregion und Heimat aufm Teller.

• zentrale Koordination aller Veranstaltungen, Feste und Aktionen, zentraler Ansprechpartner für Tourismusprojekte.

• schnelleres Erkennen neuer touristischer Trends, Schärfung des Bewusstseins für den Fremdenverkehr in Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

• Kostenersparnis durch Synergie (Bündelung der Kräfte).

• neue Arbeit im Tourismussektor.

• Entlastung der örtlichen Fremdenverkehrsämter.

Eventuell will Matzner den Manager auch für die angrenzenden Oberpfalz-Gemeinden arbeiten lassen (wie das die Frankenalb ja bisher schon tut). Realistischerweise geht der 3. Hersbrucker Bürgermeister davon aus, dass die EU bestenfalls die Ausstattung eines Büros bezuschusst, nicht aber die Personalkosten des Managers. Das würde bei geschätzten 125 000 Euro für den Posten den Gemeinden des Hersbrucker Landes allerdings jährliche Kosten von 6 000 bis 10 000 Euro aufbürden, Hersbruck hätte 25 000 Euro zu tragen.

An diesem Punkt machten die Bürgermeister aus den Reihen von SPD und FWG ihre Einwände geltend. ,Das ist nicht zu schultern“, meinte Werner Wolter (Hartenstein). ,Eine Person allein wird nicht reichen“, schätzte Wolfgang Plattmeier. ,Wir haben doch im Landkreis schon umfassende Strukturen im Tourismus“, so Bruno Schmidt (Reichenschwand). Nachfragen der CSU-Vertreter Josef Springer (Neuhaus) und Betty Schmidt (BBV) nach EU-Personalförderung beschied Regierungsvertreter Wolfram Stapff ablehnend: ,Keine Chance.“

Hoffnung in die Runde brachte der neue Landrat Armin Kroder. Sein Amt arbeitet derzeit an einer Umstrukturierung der Tourismusabteilung. Der Freistaat signalisiert hier mögliche Zuschüsse zu neuem Personal. Eine aktivere Abteilung Frankenalb könnte dann vielleicht auch die Gesundheitsregion Hersbrucker Land gebündelt vermarkten. Die Idee Matzners war angekommen.

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