Jahresbilanz der vhs Hersbrucker Schweiz

Gesundheit steht hoch im Kurs

Yoga in der Hersbrucker Schweiz: Bei der Volkshochschule stehen derartige Lehrgänge gerade in Corona-Zeiten hoch im Kurs. | Foto: J. Ruppert2021/03/VHS1-scaled.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – „Wir haben viele Anmeldungen, und die Leute warten darauf, dass es wieder losgeht“, beschrieb Karin Richter die Stimmung unter den „Hörern“. Seit Mitte Oktober beziehungsweise Anfang November „ruht“ wegen des Lockdowns auch das Programm der Volkshochschule Hersbrucker Schweiz. Ein bisschen Präsenz bieten einige Online-Angebote von Yoga bis Basteln, berichtete die Leiterin der VHS.

„Es ist schön, euch in Zeiten der digitalen Treffen mit dem gebotenen Abstand live zu sehen“, begrüßte Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Robert Ilg seine Kollegen aus den insgesamt 13 Mitgliedsgemeinden der VHS zur Sitzung in der Geru-Halle. Angelika Ehrke vertat die Dozenten, für die Nutzer war Gerda Münzenberg dabei. Karin Richter begann ihren Rückblick mit den Zahlen des „normalen“ Jahres 2019: Es fanden 380 Kurse mit über 3000 Doppelstunden und etwa 4000 Teilnehmern statt.

Pilates bis Kochen

Neben Dauerbrennern wie Pilates, Body in Balance und Zumba wurden alle möglichen Bereiche abgedeckt: Tipps zum perfekten Tages-Make-up, englische Handelskorrespondenz, Augentraining, Klopfakupunktur, Schütteln und Zittern, Klettern am Höhenglücksteig, Höhlenerkundung nahe Hartenstein, Kräuterwanderung, indonesische Küche, Salsa-Tanzen, Aquarellmalerei und vieles mehr.

„Am stärksten war der Bereich Gesundheit/Reha/Sport nachgefragt“, sagte Karin Richter. Doch auch die „junge VHS“ boomt dank der Mini-Clubs und des Musikgartens. Die Leiterin verknüpfte ihren Bericht mit einem Mitmach-Aufruf an die Herren, denn da gibt es „Luft nach oben“. Zum Beispiel gab es 2019 rund 770 Anmeldungen in der Altersgruppe 50 bis 64 Jahre. Die Hörerinnen stellten mit 90 Prozent den Löwenanteil. Die meisten Nutzer kommen aus Hersbruck (34 Prozent), gefolgt von Pommelsbrunn (11), Happurg (etwa 8), Vorra und Neuhaus (jeweils 5).

269 Kurse fielen Corona zum Opfer

„Das Jahr 2020 wurde geprägt durch den zweimaligen Lockdown“, sagte die VHS-Leiterin. Das Interesse war trotz der Pandemie kaum geringer. Doch 269 Kurse fielen wegen Corona komplett aus. Teils standen die Räume wie Turnhallen einfach nicht zur Verfügung. Wer trotz der umfangreichen Hygienemaßnahmen und verkleinerter Gruppen stornieren wollte, konnte dies kostenlos tun.

Karin Richter nannte die Beteiligung mit fast 3500 Einschreibungen und über 2600 Teilnehmern dennoch „beachtlich“. Heuer hofft sie auf eine Öffnung Mitte April. In einigen Fällen sollen Online-Lehrgänge zur Einstimmung vor den Präsenzkursen stattfinden.

„Wie ist die finanzielle Situation der Dozenten?“, fragte Kirchensittenbachs Bürgermeister Klaus Albrecht. Die meisten sind nebenberuflich tätig und kommen zurecht, antwortete Karin Richter. Für die Hauptberuflichen gab es 2020 einen Rettungsschirm des Bayerischen Volkshochschulverbandes, der 2021 neu aufgelegt wird. Doch der Weg für Solo-Selbstständige zu Hilfen ist lang, sagte die Leiterin der VHS Hersbrucker Schweiz. „Es macht im Moment wenig Freude“, ergänzte Robert Ilg.

Weniger Minus als gedacht

Beim letztjährigen Haushalt erlebte Wolfgang Klebl von der Hersbrucker Kämmerei „eine Achterbahnfahrt der Gefühle“. Als schlimmsten Fall befürchtete er ein Minus von 67.000 Euro. Letztlich betrug das Defizit durch geringere Ausgaben, höheren Staatszuschuss und Einsparungen „nur“ 7350 Euro, die aus der Rücklage des schuldenfreien Zweckverbands finanziert wurden.

Der Etat für 2021 umfasst an die 380.000 Euro. Etliche Ansätze hat Wolfgang Klebl wegen Corona verringert. Heuer ist geplant, den VHS-Internetauftritt zu modernisieren und die Online-Angebote auszubauen.
Die Umlage an die Gemeinden bleibt nahezu stabil. Zum Beispiel entfallen gemäß der Einwohnerzahlen auf Alfeld und Engelthal heuer etwas über 2700 Euro, auf Offenhausen 4000 Euro, auf Reichenschwand 6000 Euro auf Velden an die 4600 Euro.
Für Hersbruck wurde der Faktor von drei auf zwei herabgesetzt (nun 62.500 Euro). Robert Ilg dankte für diese „faire, kollegiale Lösung“.

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