Viel Risiko für wenig Gewinn

Falschgeld-Prozess vor dem Hersbrucker Amtsgericht

Anklage statt schnellem Geld: Falsche Fünfziger brachten einen 21-Jährigen vor Gericht. | Foto: Milan - stock.adobe.com2019/03/AdobeStock_204572342.jpeg

HERSBRUCK – Wegen Geldfälschung musste sich ein 21-jähriger Pommelsbrunner vor dem Hersbrucker Amtsgericht verantworten. Der junge Mann wurde vor etwa zwei Jahren mit drei Blüten in einer Nürnberger Diskothek aufgegriffen. Dafür bezahlt er nun mit echtem Geld.

Spaß kostet. Das wusste auch der damals 19-jährige Christoph Banz (Name von der Redaktion geändert) im Mai 2017, als er gerade sowohl seinen Job als auch seinen Führerschein verloren hatte. Das Geld wurde knapp, auf den Diskobesuch mit Freunden wollte er dennoch nicht verzichten.

„Falschgeld“ war für ihn die Lösung, wenngleich er selbst bemerkte, dass diese nicht sonderlich klug gewesen war. Wohl auch deshalb schickte er seine Freunde mit zwei gefälschten 50-Euro-Scheinen an die Bar in einer Nürnberger Diskothek, um Getränke zu kaufen. Das Wechselgeld sollten sie ihm anschließend zurückgeben. An einer Supermarktkasse ein paar Tage später war er dann selbst mit einer Blüte aufgeflogen.

Vor Richter Waldemar Müller zeigt sich der heute 21-Jährige schnell geständig. „Ja, das war so“ fügt er den Ausführungen seines Rechtsanwalts bei. Die drei falschen Fünfziger habe er sich „über mehrere Ecken“ besorgt. Von einer Mittelsperson, die er nicht nennen kann oder möchte, will er erfahren haben, dass die Scheine aus dem Internet stammen. Ein gutes Geschäft sieht anders aus, denn pro Schein hat er etwa 35 Euro bezahlt. Eine „erstaunlich geringe Gewinnspanne für dieses Risiko“, stellt der Richter fest. Zur Orientierung: Im Erwachsenenstrafrecht steht auf Geldfälschung mindestens ein Jahr Gefängnis.

Dazu kommt es jedoch nicht. Die Jugendgerichtshilfe attestiert ihm Reifeverzögerungen und empfiehlt, ihn nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Auf der schiefen Bahn sei er nur kurz gewesen: Anfang 2017 verlor er Führerschein und Job, weil er Drogen aus dem Ausland eingeführt hatte. Jetzt – mit einer neuen Festanstellung als Logistiker – sehe seine Sozialprognose gut aus, seit dem Falschgeld-Vorfall ist nichts mehr passiert.

Der Staatsanwalt fordert eine Geldstrafe von 2000 Euro. Auch der Verteidiger hält einen Obolus für angemessen, drängt jedoch auf keine bestimmte Summe. Richter Müller folgt der Anklagevertretung und lässt Banz 2000 Euro bezahlen. Mit echtem Geld, versteht sich. Das Urteil ist rechtskräftig.

N-Land Wolfgang Sembritzki
Wolfgang Sembritzki