Bauausschuss debattiert über Aufgang zur Therme

Es geht schöner

Der Brunnen vor der Fackelmann Therme ist derzeit kein Schmuckstück und die Treppe im Hintergrund weist an den Seiten viele hässliche Roststellen auf. Foto: J. Ruppert2015/05/5_2_1_2_20150514_THERME.jpg

HERSBRUCK – „Sie müssen die Bakterien in dem Bereich etwas mehr hätscheln als anderswo“, bereicherte Expertin Regine Schatz ihren Vortrag zur Stickstoffbehandlung. Aufgrund ihres Vorschlags beschloss der Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates eine 600.000 Euro teure Nachrüstung der Kläranlage. Iris Plattmeier forderte Schönheitsmaßnahmen am Aufgang zur Fackelmann Therme und beim Brunnen auf dem Platz davor.

Im Berichtswesen sagte Stadtbaumeister Lothar Grimm, dass am Michelsberg vermutlich Wurzeln einige Drainagen verstopfen. Deshalb sind Teile der Grünanlagen bei Regen durchnässt. Neue Entwässerungsleitungen erfordern Eingriffe in die Natur an Hersbrucks Hausberg. Wie berichtet, denkt die DB über Parkgebühren am Bahnhof rechts nach. Die Stadt hat deshalb beim Generalbevöllmächtigten des Schienenriesen dagegen protestiert. Die Antwort fiel eher ausweichend aus.

In Altensittenbach und Kühnhofen wurden innerorts Überschwemmungsgebiete ausgewiesen. Die Stadt macht keine Bedenken geltend, so Lothar Grimm. Der Ausbau der Houbirgstraße im Gewerbegebiet Krötensee schreitet voran. Demnächst kommt die Asphaltoberdecke. In Sachen Lückenschluss beim Radweg Kühnhofen nach Abzweigung Unterkrumbach laufen die Grundstücksverhandlungen.

Im Rosengarten haben vor einigen Jahren Ehrenamtliche den Brunnen instand gesetzt. Zwei aus der Gruppe, nämlich Friedhelm Steiner und Heinz Bürner, werkelten erneut und brachten das plätschernde Schmuckstück wieder in Schuss. Lothar Grimm dankte dem rührigen Duo im Namen der Stadt.

Das Wasserwirtschaftsamt hat eine Nachbesserung bei der Kläranlage gefordert. Die Stickstoffelimination reicht nicht aus. Ingenieurin Regine Schatz stellte dem Ausschuss zwei Lösungsmöglichkeiten vor: eine konventionelle Behandlung des Schlammwassers oder eine Deammonifikation. Beide Varianten liegen bei ungefähr 600.000 Euro Baukosten.

Da auch Nachbargemeinden in die Kläranlage ihre Abwässer einleiten, beträgt Hersbrucks Anteil 55 Prozent oder rund 340.000 Euro, rechnete Bürgermeister Robert Ilg vor. Er und die Stadträte entschieden sich für die Deammonifikation. Zum einen aus Platzgründen, zum anderen wegen der geringeren Betriebskosten von 35.000 statt 70.000 Euro. „Das Verfahren ist eine innovative Geschichte“, sagte Robert Ilg. Die Kläranlagen-Mitarbeiter müssen auch mehr aufpassen, weil die Bakterien bei der Methode eine bestimmte Temperatur brauchen.

In der Nürnberger Straße nahe der Ampel an der Bahnhofsauffahrt darf die Firma Wening ein geschichts trächtiges Gebäude abreißen und durch zwei Neubauten ersetzen. Das Domizil beherbergte den Laden Rüdiger, davor war es ein Gasthaus mit Tanzsaal, Ältere kennen es auch unter dem Namen Gewerkschaftshaus.

Guido Schmidt freute sich im Sinne der Nachverdichtung über das Vorhaben. Er, Norbert Thiel und Holger Hermann zeigten sich aber nicht glücklich, dass für die geplanten 16 Wohnungen mit 76 bis 100 Quadratmetern (elf im vorderen Haus hin zur Straße, fünf in einem zweiten Bau auf dem jetzigen Parkplatz) nicht alle erforderlichen Pkw-Stellflächen nachgewiesen werden können.

Lothar Grimm erläuterte, dass vor allem die Generationen 50plus oder 60plus solche innenstadtnahen Objekte suchen. Die haben aber meist weniger Autos als zum Beispiel Familien, was den Schlüssel 1,5 Parkplätze statt normalerweise zwei pro Wohnung rechtfertigt. Dennoch möchte der Stadtbaumeister mit der Firma Wening die Sache besprechen. Ein weiteres Thema waren die alten Bäume auf dem Gelände. Auf Anregung von Norbert Thiel soll zumindest eine alte Esche am Rand erhalten bleiben.

Auch in den Hersbrucker Ortsteilen wird gebaut. Ohne Aussprache wurde ein Gesuch in Leutenbach durchgewunken. Darin geht es um den Abbruch eines Gebäudes und die Errichtung eines Zweifamilienhauses mit Werkstatt. Ebenso keine Probleme gab es beim „Ja“ zu einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Großviehberg.

Iris Plattmeier wies auf Missstände vor der Fackelmann Therme hin. Das Wasser im Brunnenbecken mache einen unschön brackigen Eindruck.

Außerdem hat der Treppenaufgang zum Bad unschöne Rostflecken, und zwar an den Seiten, wo das Metallgeländer am Beton angebracht ist. „Nicht angemessen“, sagte Iris Plattmeier. Robert Ilg versprach eine rasche Überprüfung.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert