Mahnwache am Hersbrucker Krankenhaus

„Es geht darum, ein Zeichen zu setzen“

Mit Plakaten und Flyern rufen Horst Vogel und Angelika Pflaum zur Mahnwache am Hersbrucker Krankenhaus auf. | Foto: K. Bub2018/10/Pflaum.jpg

HERSBRUCK – Noch immer ist keine definitive Lösung für das Hersbrucker Krankenhaus gefunden. Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Hauses lässt deshalb einen Hilferuf an alle Bürger los: Sie sollen sich am Sonntag, 7. Oktober, um 19 Uhr zur Mahnwache rund ums Krankenhaus einfinden. Die HZ sprach mit Angelika Pflaum und Horst Vogel von der BI, ob Protest denn überhaupt noch eine Wirkung hat.

Seit 2017 kämpfen Sie für das Krankenhaus, haben Unterschriften gesammelt, Demos organisiert, sogar mit Gesundheitsminister Jens Spahn gesprochen. Denken Sie nicht langsam ans Aufgeben?

Angelika Pflaum: Im Gegenteil. Beim Gespräch am Donnerstag im Gesundheitsministerium in Nürnberg mit den Ärzten, Bürgermeister Robert Ilg, Horst Vogel und mir wollen wir endlich Ergebnisse sehen.

Wie sollen die Ergebnisse denn aussehen?

Horst Vogel: Wir wollen stationäre Betten in Hersbruck erhalten. Und die kassenärztliche Bereitschaftspraxis ebenso.

Bislang ist ja nicht viel geschehen …

Angelika Pflaum: Richtig. Jeder schiebt die Schuld nur auf den anderen. Berlin sagt, das Land ist zuständig, das Land erklärt, es ist eine Entscheidung des Klinikums und das Nürnberger Klinikum verweist auf die Rahmenbedingungen, die in Berlin beschlossen werden. Mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen muss jetzt Schluss sein. Wir wollen von der Politik kein „wenn … dann … könnte“ mehr hören, wir wollen endlich Nägel mit Köpfen.

Wie soll die Mahnwache am kommenden Sonntag denn konkret aussehen?

Wir versammeln uns alle um 19 Uhr rund ums Hersbrucker Krankenhaus. Wer möchte, kann Fackeln mitbringen oder welche vor Ort gegen einen kleinen Unkostenbeitrag erwerben. Außerdem zeigen wir einen kleinen Film, der in den vergangenen Tagen entstanden ist und noch einmal unsere Botschaft illustriert. Musiker Martin Kiesewetter hat eigens ein Lied dazu geschrieben. Und die Künstlerin Ute Scharrer hat für das Video gezeichnet. Beide sind am Sonntag mit dabei, wenn wir das Video präsentieren.

Was sagen Sie den Bürgern, die schon resigniert haben? Warum sollen sie am Sonntag trotzdem kommen?

Da gibt’s ein schönes Zitat dazu: „Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen nicht doch geschafft hättest.“ Es geht letztendlich auch darum, ein Zeichen zu setzen und zu sagen, dass wir uns nicht einfach alles gefallen lassen.

Horst Vogel: Vielen ist nicht bewusst, was die Schließung des Krankenhauses alles nach sich ziehen wird. Es ist wichtig, jetzt weiter zu kämpfen. Wir hören nicht auf. Auch nicht nach der Landtagswahl.

N-Land Katja Bub
Katja Bub