Altstadtfest: Probelauf für Stände in der Prager Straße

Ein „Ja“ trotz Zweifeln

So sieht das Hersbrucker Altstadtfest im Idealfall aus: Feiernde, so weit das Auge reicht. Händler sollen heuer Leerstellen wie die letztes Jahr verwaiste Prager Straße beleben helfen. Foto: J. Ruppert2013/04/5_2_1_2_20130415_FEST.jpg

HERSBRUCK – „Ausprobieren“ lautete der Tenor. Doch die Zweifel waren einigen Mandatsträgern deutlich anzumerken. Dennoch hat der Kulturausschuss des Stadtrates für die Zulassung von Verkaufsständen beim Hersbrucker Altstadtfest in der Prager Straße gestimmt. Außerdem dürfen bei der 2013er-Auflage die Gaststätten nachts länger öffnen.

Im letzten Jahr hatte es nach dem beliebten Fest enttäuschte Kritik gegeben, weil der Anfang der Martin-Luther-Straße und die komplette Prager Straße so gut wie leer geblieben sind. Weder Musik noch Tische noch sonst was luden zum Verweilen ein. Der Verein zur Durchführung des geselligen Treibens hatte sich schon vor Wochen für eine neue Idee stark gemacht: Händler sollen die eine der beiden Verkehrsachsen beleben.

Nun gibt es aber eine Vereinbarung für die beliebte Veranstaltung aus dem Jahr 1996 zwischen Stadt und Klub. Danach soll sich das Angebot auf Speisen und Getränke beschränken. Vereinsvorsitzender Jürgen Wild hat deshalb im schöns ten Amtsdeutsch die Zulassung von Nonfood-Ständen beantragt.

Gedacht ist dabei an Schmuck, Leder, Kunsthandwerk, Tücher und T-Shirts, sagte Bürgermeister Robert Ilg. Zweite Rathauschefin Brigitta Stöber möchte in die Genehmigung hineinschreiben, dass die Stadt bei den Waren Wert auf Qualität legt („Keine T-Shirts mit seltsamen Aufschriften“). Es gibt unterschiedliche Meinungen zum Thema Qualität, merkte ihr Stellvertreter Peter Matzner schmunzelnd an.

Alle votierten für die auf die Neuerung mit Begrenzung auf die Prager Straße und für das Jahr 2013. Wenn es sich nicht rentiert, bleiben die Händler in Zukunft eh weg, sagte Hans Schaffer.

Weniger Einigkeit herrschte bei der Frage, ob die Hersbrucker Gaststätten am Altstadtfest-Wochenende nachts um 3 Uhr schließen müssen. Bislang gilt eine verlängerte Sperrzeitverordnung, die unter Auflagen, wie etwa Securitykräfte am Eingang, Ausnahmen bis 5 Uhr vorsieht.

Die betroffenen Wirte haben keine einheitliche Meinung dazu, sagte Ilg. Die Sperrzeit ab 3 Uhr würde die Lärmbelastung für die Innenstädter reduzieren und das Aufräumen erleichtern. Armin Steinbauer wies demgegenüber darauf hin, dass die jüngeren Festbesucher später weggehen und länger feiern wollen. Holger Herrmann und Angelika Pflaum hoffen auf eine Konzentration der Gäste in und vor bestimmten Kneipen, was Kontrollen erleichtert.

Friedrich Biegel fand es unlogisch, dass ausgerechnet am Altstadtfest keine verlängerten Öffnungszeiten möglich sein sollen. An den drei Tagen sind die Bewohner im Herzen Hersbrucks „Schmerzen“ gewohnt, sagte Brigitta Stöber. Sie hätte lieber an den anderen Wochenenden eine strengere Beachtung der 3-Uhr-Regelung. Mit 7:2 stimmte der Ausschuss dann für die Sperrzeit erst ab 5 Uhr.

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