Kurzfristige Absage

Doch kein Weihnachtsmarkt in Hersbruck

So wird es in Hersbruck in diesem Jahr wohl nicht aussehen: Veranstalter Gerhard Kratzer hat den Weihnachtsmarkt nämlich abgesagt. | Foto: K. Bub2021/11/DSC-1948.jpeg

HERSBRUCK – Vor rund drei Wochen war Gerhard Kratzer noch optimistisch und eifrig am Planen für den Hersbrucker Weihnachtsmarkt. Jetzt hat er ihn abgesagt.

Da er seit drei oder vier Jahren als Veranstalter auftritt, könne er das, erklärt Daniel Högner, stellvertretender Leiter des Hersbrucker Bürgerbüros: „Wir von der Stadt unterstützen immer nur, zum Beispiel mit Manpower für den Auf- und Abbau und bei den Sozialbuden.“

Auch wenn die Budenbesitzer, die für Hersbruck bereits zugesagt hatten, mit der Absage in ein Loch fielen, so kann Bürgermeister Robert Ilg die Entscheidung Kratzers aufgrund der pandemischen Lage nachvollziehen. „Wir hätten mit Karussell und Süßwaren nach Baiersdorf gekonnt und der Imker nach Fürth, aber das sind die Plätze nun belegt“, erzählt Jürgen Wild.

Biergarten im Advent

Den Budenbetreibern sowie Künstlern fürs fast fertige Bühnenprogramm, die Kratzer bereits organisiert hatte, denen hat er nach eigener Aussage schon abgesagt. Seine Begründung für den Rückzug: „Die Corona-Zahlen steigen und werden das bis Weihnachten noch weiter tun, daher müssen wir sehr vorsichtig agieren.“ Zudem sei er selbst Risikopatient und daher werde es keinen Markt, „keinen Nikolaus und kein Christkind“ geben.

Dafür aber einen „stimmungsvollen, weihnachtlichen Wintergarten“ auf dem Gelände seines Biergartens. Der habe dann einen Ein- sowie Ausgang und kann eventuell nur mit 2 G-Nachweis besucht werden; bei der Regel ist Kratzer noch am Überlegen. „Wir sind schon am Aufbauen und wohl fertig bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Weihnachtsmarkt sonst eröffnet worden wäre“, denkt Kratzer.

Dass Kratzer die kleine Budenstadt vergangene Woche Freitag bei der Stadt abgesagt hat, das sei für Högner überraschend gekommen: „Wir waren Donnerstag nach der Kabinettssitzung mit den neuen Vorgaben noch zusammen gesessen und haben überlegt, wie wir den Markt mit 3 G-Regel und Absperrungen durchführen können.“ Da habe sich bei Kratzer schon etwas Skepsis breit gemacht, wie viel Personal man da bräuchte und was das kostet.

Hohe Kosten, kaum Gewinn

Denn Kratzer als Veranstalter müsse die Ausgaben für die Umsetzung tragen, ist Wild bewusst. Wenn dann die Veranstaltung zwar Besucher anlocke, die ihren Glühwein aber in anderen gastronomischen Angeboten in Hersbruck trinken, dann bleibe er auf den Kosten sitzen, führt Wild aus.

Er würde sich für die Budenbetreiber eine Lösung wünschen. Doch Ilg betont: „Wir von der Stadt werden keinen Alternativ-Weihnachtsmarkt am Oberen Markt veranstalten.“

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