U18-Wahl

Die Jugend durfte wählen

Simon Buchholz leert die Wahlurne aus, um mit dem Auszählen zu starten. | Foto: A. Pitsch2017/09/Buchholz.jpg

HERSBRUCK – Als die Klasse von Lehrer Martin Alexander ins Wahllokal kommt, wird es richtig eng zwischen Kabine, Urne und kleinem Partypool mit Energydrinks: Die Gymnasiasten waren nur ein Teil von insgesamt 57 Jugendlichen, die an der U 18-Wahl der Pfeiffer Medienfabrik teilgenommen haben.

„Die Motivation ging von den Schülern aus“, erklärte Alexander, während die Jungs und Mädchen immer wieder zu spicken versuchen, wer wo seine beiden Kreuze macht. „Das ist eine geheime Wahl“, mahnt Wahlhelfer und Azubi Simon Buchholz öfter am Tag an. Gemeinsam mit seiner Kollegin Elena Spieler hat er den Nachwuchswählern – wenn nötig – geduldig erklärt, wie viele Stimmen jeder hat, dass der Zettel am Ende gefaltet werden muss und man nur zwei Kreuze machen darf – sonst nichts. Die Jugendlichen an das Thema heranzuführen und ihnen den Ablauf zu zeigen, findet denn auch Alexander wichtig.

Viele erwecken den Eindruck, als wüssten sie genau, wen sie wählen – wie der 13-jährige Aaron Kohl aus Hersbruck: „Ich interessiere mich für Politik.“ Und Mama fügt stolz hinzu: „Er schaut jeden Tag die Nachrichten.“ Auch die zehnjährige Paula Hecking aus der Nähe von Happurg wollte unbedingt zur U 18-Wahl gehen. Sie freut sich schon, wenn sie irgendwann richtig wählen darf. Nur ab und an muss mal jemand auf der großen Übersicht mit allen Parteien und deren kurz zusammengefassten Zielen und Themen nachlesen.

Den ganzen Tag über ist Betrieb im Wahllokal. Einer der Besucher ist Max Gottschalk aus Ellenbach. Der 16-Jährige findet die Aktion „voll cool“. Kaum ist die Tür geschlossen, geht es ans Auszählen. Viele Striche setzen Buchholz und Spieler bei den beiden Volksparteien, doch auch die Grünen, FDP, die Linke und die AfD tauchen häufiger auf.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch